Letztes Update am Fr, 10.05.2019 12:49

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Für UNIQA bleibt CEE ein Wachstumsmotor



Wien (APA) - Für den Versicherungskonzern UNIQA bleibt Mittel-Osteuropa ein Wachstumsmotor: Nach Höchstwerten 2017 hat die Osteuropa-Tochter UNIQA International noch einmal kräftig zugelegt. Ziel sei es nun, die Profitabilität durch die Implementierung eines einheitlichen Geschäftsmodells in Osteuropa weiter zu steigern, sagte CEO Wolfgang Kindl am Donnerstagabend vor Journalisten in Wien.

„Wir haben mittlerweile 6,5 Millionen Kunden im CEE-Raum“, sagte Kindl, „das sind rund 65 Prozent unserer konzernweiten Kunden.“ In Mittel- und Osteuropa ist die UNIQA in Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Nord-Mazedonien, Montenegro, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei, Tschechien, Ukraine und Ungarn tätig.

2018 erzielte UNIQA International ein Ergebnis vor Steuern von 55,1 Mio. Euro und toppte damit das vorjährige Ergebnis um 29 Prozent. Die Net Combined Ratio - Schäden und Kosten gemessen an den Einnahmen - habe man seit 2011 von 107 Prozent auf 95,5 Prozent verbessert, sagte der UNIQA-International-Chef. „Es ist uns gelungen, CEE neben der traditionellen Säule Österreich als zweite strategische Säule im Konzern zu etablieren.“

Eine der größten Herausforderungen sei die sehr fragmentierte Marktlandschaft in der Region, sagte Kindl. Während in Österreich das jährliche Prämienvolumen pro Person über 2.000 Euro betrage, liege es in den entwickelteren CEE-Märkten Tschechien, Slowakei, Polen und Ungarn bei rund 400 Euro und in den anderen Märkten unter 200 Euro. Die UNIQA-Gruppe generiere mit rund 5,4 Mrd. Euro ein Prämienvolumen, das so groß sei wie der tschechische Versicherungsmarkt.

„Die Conclusio für die UNIQA, um hier künftig zu reüssieren und die Profitablität weiter auszubauen, liegt sicherlich in einem Fokus auf eine grenzüberschreitende Skalierung“, erklärte Kindl. Es gehe darum, ein einheitliches Geschäftsmodell in Osteuropa zu implementieren, „das heißt, kundennahe Kernprozesse sind in der UNIQA International über die letzten Jahre standardisiert worden und haben mittlerweile einen Vereinheitlichungsgrad von rund 80 Prozent“. Dabei will Kindl zunächst regional vorgehen, etwa indem Länder wie Kroatien, Serbien, Bosnien und Montenegro in einem Geschäftsmodell zusammengefasst und auf einheitliche IT-Plattformen gebracht werden.

Im Jahr 2016 habe man im Privatkundengeschäft in den 15 Ländern über 1.000 Produkte im Portefeuille gehabt, nun seien es weniger als 500 unterschiedliche Produkte. Tschechien und die Slowakei führe man beispielsweise unter einem einheitlichen Vorstand, was zur Folge habe, „dass wir per Ende nächsten Jahres einheitliche Produkte in Tschechien und in der Slowakei haben, in zwei unserer größten Märkte“.

Mittel-Osteuropa sei für die UNIQA aber auch ein Innovationslabor, schilderte Kindl am Beispiel des Pilotprojekts „Cherrisk“ in Ungarn. Über cherrisk.com können Versicherungen in den Bereichen Haushalt, Auto, Unfall und Reise vollständig automatisiert abgeschlossen werden. Auch die Abwicklung von Schadensfällen erfolge zum Großteil automatisch und die Produkte seien monatlich kündbar, „wie ein Spotify für Versicherungen“. Für risikobewusstes Verhalten bekommen die Kunden Bonuspunkte („Cherries“), die dann z.B. für bestimmte wohltätige Projekte gespendet werden können.

Für 2019 erwartet Kindl, dass die Versicherungen in Osteuropa weiterhin doppelt so schnell wachsen werden wie die Wirtschaftsleistung der Länder. „Das ist für uns die untere Latte“, allerdings verzichte man bewusst auf Umsatz, um die Profitabilität zu stärken. Zu Beginn habe die UNIQA in Osteuropa ein Portefeuille gehabt, das zu zwei Dritteln und mehr vom Kfz-Geschäft dominiert gewesen sei, „ein Kfz-Geschäft, das hoch defizitär war“. Darum habe man sich etwa in Rumänien aus dem Motorgeschäft zurückgezogen und über zwei Jahre jeweils mehr als 50 Prozent Reduktion beim Prämienvolumen gehabt. In Bulgarien sei die Vorläufergesellschaft der UNIQA ein reiner Motorversicherer gewesen - dort habe man im Portefeuille mittlerweile einen Kfz-Haftpflicht-Anteil von 5 Prozent, im den Nicht-Motor-Sparten sei man aber in den Nicht-Motor-Sparten zur zweitgrößten Gesellschaft aufgestiegen.

Ein Wachstumsmotor bleibe die CEE-Region auch trotz der Abschwächung der Wirtschaftsdynamik in der Eurozone im Laufe des letzten Jahres, mit der CEE stark verflochten sei, erklärte UNIQA-Analyst Franz Xaver Zobl. „Die Volkswirtschaften in den CEE-Ländern, in denen UNIQA vertreten ist, expandierten 2018 um 4,2 Prozent, exklusive Russland. In allen Ländern lag das Wirtschaftswachstum über jenem der Eurozone von 1,8 Prozent, von 2,3 Prozent in Russland bis 5,1 Prozent in Polen.“ Anzeichen für ein abruptes Ende dieser positiven Konjunkturentwicklung gebe es bisher nicht.

~ ISIN AT0000821103 WEB http://www.uniqagroup.com ~ APA311 2019-05-10/12:46




Kommentieren