Letztes Update am Fr, 10.05.2019 15:58

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Papst: „Keine Lösung für Kindesmissbrauch von einem Tag zum anderen“



Vatikanstadt (APA) - Papst Franziskus ist der Ansicht, dass die Serie des Kindesmissbrauchs durch Geistliche nicht „von einem Tag auf den anderen“ gelöst werden könne. „Wir haben einen Weg begonnen. Gestern ist ein weiteres Dokument (das Motu Poprio „Vos estis lux mundi, Anm.) veröffentlicht worden. Langsam beginnt ein Weg“, sagte der Papst bei einer Audienz mit circa 900 Ordensschwestern.

Kindesmissbrauch sei ein Verbrechen, über das man in den vergangenen Jahren mehr Bewusstsein errungen habe und dies „mit viel Schande“. „Das ist ein Weg, den wir Schritt für Schritt zur Lösung des Problems weiter gehen müssen“, sagte der Papst.

Einige Anti-Missbrauchsorganisationen seien nach dem Treffen zum Thema Kinderschutz im Vatikan im Februar enttäuscht gewesen. „Sie behaupten, dass wir nichts getan haben. Wenn wir 100 Priester, die sich für Missbrauch verantwortlich gemacht haben, auf dem Petersplatz hingerichtet hätten, wären alle zufrieden, doch das Problem wäre nicht gelöst“, sagte der Heilige Vater.

Der Papst sprach auch zum Thema Missbrauch von Ordensschwestern, das er als „gravierendes Problem“ bezeichnete. Es gehe nicht nur um sexuelle Gewalt, sondern auch um Machtmissbrauch. „Wir müssen dagegen kämpfen“, sagte der Papst beim Treffen der Ordensschwestern. Der Papst betonte, dass Ordensschwestern keine „Dienerinnen“ von Priestern seien.




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