Letztes Update am Fr, 10.05.2019 16:37

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Pakistan will Ramadan-Beginn durch Wissenschafter festlegen lassen



Islamabad (APA/AFP) - Pakistans Regierung will den Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan künftig von Wissenschaftern genau bestimmen lassen und zieht damit den Zorn hochrangiger Geistlicher auf sich. Die Sichtung des Neumonds am Himmel markiert traditionell den Start des Fastenmonats. In Pakistan entscheidet ein von Klerikern geleitetes „Mondbeobachtungs-Komitee“, wann es so weit ist.

Wie exakt die Bestimmung durch das Komitee ist, ist aber umstritten. Jedes Jahr gebe es deswegen Auseinandersetzungen, sagte der pakistanische Wissenschaftsminister Fawad Chaudhry in einem Video im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er kritisierte, das Komitee verwende Teleskope für seine Berechnungen. „Wenn moderne Mittel zur Verfügung stehen und wir das genaue Datum bestimmen können, ist die Frage, warum wir die neueste Technologie nicht nutzen sollten“, sagte er.

Das Wissenschaftsministerium werde deshalb ein Gremium aus Wissenschaftern, Meteorologen und Vertretern der Raumfahrtbehörde einsetzen, um den Ramadan-Beginn für die nächsten fünf Jahre „mit 100-prozentiger Genauigkeit“ zu bestimmen, kündigte Chaudhry an.

Der Vorsitzende des Mondbeobachtungs-Komitees, Mufti Muneeb-ur-Rehman, warnte, Chaudhry solle sich aus der Angelegenheit heraushalten. Minister, denen das nötige Einfühlungsvermögen für Religion fehle, sollten sich nicht zu religiösen Themen äußern“, sagte er bei einer Pressekonferenz in Karachi. Dem bestehenden Komitee gehörten zudem bereits Mitglieder der Raumfahrtbehörde an. Es arbeite auch mit Meteorologen zusammen.

In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen dem Komitee und Maulana Shahabuddin Popalsai, einem einflussreichen Kleriker aus Peshawar. Er legte den Beginn von Ramadan stets einen Tag früher fest als das Komitee. Versuche, beide Seiten miteinander auszusöhnen, scheiterten bisher.




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