Letztes Update am Fr, 10.05.2019 19:19

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Freispruch nach 122 Tagen U-Haft - Jurist will Schadenersatz



Graz/Bukarest (APA) - 122 Tage Untersuchungshaft, dann gab es einen Freispruch - nun will ein rumänischer Jurist von der Republik Schadenersatz. Das berichtet die Tageszeitung „Kurier“ in ihrer Samstagsausgabe. Demnach war der Mann in Verdacht geraten, Mitglied einer Bankomatknackerbande zu sein, in Rumänien verhaftet und an Österreich ausgeliefert worden.

Einem Festgenommenen waren 2017 Fotos anderer Tatverdächtiger vorgelegt worden. Dabei identifizierte er den Juristen als ein Mitglied der Bande. Später gab er aber an, den Mann nicht zu kennen. Zudem soll ihm fälschlicherweise ein Handy eines unbekannten Tatverdächtigen zugeordnet worden sein. Freigesprochen wurde er erst in einer Hauptverhandlung, als er fünf Zeugen - darunter seinen Arbeitgeber - als Alibi-Zeugen beibrachte. Außerdem war sein Bewegungsspielraum zum fraglichen Zeitraum durch eine Achillessehnen-Operation stark eingeschränkt worden.

Der Verteidiger des Juristen, Klaus Ainedter, sieht Ermittlungsfehler in dem Fall und will im Wege der Amtshaftung von der Republik knapp 90.000 Euro für seinen Mandanten erstreiten. Das umfasst Anwaltskosten ebenso wie den Verdienstentgang.




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