Letztes Update am Sa, 11.05.2019 14:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU-Wahl: ÖVP und NEOS laut Greenpeace gegen Glyphosat-Verbot



Wien (APA) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die Kandidaten zur EU-Wahl zu ihrer Haltung zum Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat befragt. Laut einer Aussendung der NGO vom Samstag sprechen sich die Spitzenkandidaten von ÖVP und NEOS, Othmar Karas und Claudia Gamon, nicht für ein Verbot aus, alle anderen Kandidaten schon.

Sowohl Andreas Schieder (SPÖ), Harald Vilimsky (FPÖ) wie auch Werner Kogler (Grüne) und Voggenhuber (1 Europa/JETZT) treten demnach unisono für ein EU-weites Verbot von Glyphosat ein. Greenpeace merkte allerdings an, dass bei der FPÖ das tatsächliche Abstimmungsverhalten sowohl im EU-Parlament wie auch im österreichischen Nationalrat zu Glyphosat der Antwort ihres Spitzenkandidaten in zwei von drei Fällen widersprochen habe.

„Eine Mehrheit der österreichischen KandidatInnen spricht sich für ein Ende des Einsatzes von Glyphosat in der gesamten Europäischen Union aus, das ist erfreulich. Von einem geschlossenen Auftreten aller Parteien gegen das Pflanzengift kann jedoch leider keine Rede sein“, sagte Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace in Österreich, mit Blick auf das Nein von Karas und Gamon.

Besonders verwunderlich sei, dass sich Karas nicht für ein Glyphosat-Verbot ausgesprochen habe, „obwohl ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz bereits 2017 medienwirksam einen österreichweiten Glyphosat-Ausstieg angekündigt hatte“, so Theissing-Matei. „Es ist höchste Zeit, dass die ÖVP in Österreich und im Europäischen Parlament gleichermaßen eine klare Position gegen das wahrscheinlich krebserregende Pflanzengift bezieht und auch danach handelt.“ Auch auf nationaler Ebene verschleppe die Bundesregierung trotz aller Ankündigungen den Glyphosat-Ausstieg, kritisierte Greenpeace. So sei etwa der Veröffentlichungstermin für die angekündigte Machbarkeitsstudie zum Glyphosat-Ausstieg bereits zweimal verschoben worden. Greenpeace fordert daher ein „klares Nein“ zu Glyphosat von allen zukünftigen österreichischen Vertretern im EU-Parlament.

Kritik vor allem an der ÖVP übten am Samstag die SPÖ und die Grünen. Das Abstimmungsverhalten der ÖVP, aber auch der FPÖ spreche eine ganz andere Sprache als so manche Ankündigungen, meinte SPÖ-Spitzenkandidat Schieder: „Da nützen keine auch noch so schönen Worte, dass die Umwelt ihnen am Herzen liegen würde. Wenn es um die Interessen der Konzerne geht, sind FPÖ und ÖVP kaum noch unterscheidbar“, sagte er in einer Aussendung. Die Listenzweite der Grünen, Sarah Wiener, zeigte sich „entsetzt“, dass Karas „die Sorgen der Menschen und den beunruhigenden Zustand unserer Umwelt ignoriert und Glyphosat nicht endlich verbieten lassen will“.




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