Letztes Update am Sa, 11.05.2019 14:36

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Darmann mit 95,7 Prozent als Obmann der Kärntner FPÖ bestätigt



Pörtschach (APA) - Mit 95,73 Prozent ist am Samstag beim FPÖ-Parteitag in Pörtschach Gernot Darmann als Parteiobmann bestätigt worden. Darmanns politisches Ziel: er will 2023 den Landeshauptmannsessel zurückerobern. FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky stellte bei seiner Rede den EU-Wahlkampf ins Zentrum. Er führte einen Rundumschlag gegen die politische Konkurrenz, vor allem gegen ÖVP-Spitzenkandidaten Otmar Karas.

Vilimsky forderte eine Halbierung von EU-Kommission und Parlament und das „Zurückholen“ von Kompetenzen aus Brüssel nach Österreich. Er warnte erneut vor einer drohenden Überflutung Europas durch Migranten, geißelte die Bürokratie und warf seinen Konkurrenten vor, mehr statt weniger Europa zu fordern. Es gebe zwei politische Modelle, so Vilimsky: „Da gibt‘s die einen, die Karase, Schieders, Koglers, Voggenhubers, die sagen, wir wollen mehr Europa.“ Das bedeute aber den Verlust des österreichischen Passes, der Neutralität und der Souveränität. Dagegen stehe „unser Modell“, das bedeute, man wolle sich Kompetenzen nach Österreich zurückholen. Man dürfe das Ruder nicht an „Juncker, Merkel und Macron abgeben, die allesamt gescheitert sind“.

Von der Bundesspitze war neben Vilimsky nur noch Finanzstaatssekretär Hubert Fuchs nach Kärnten gekommen. Parteichef Heinz-Christian Strache und die FPÖ-Minister hatten Grußbotschaften per Video geschickt, die Darmann viel Glück wünschten. Dieser attackierte in seiner Rede vor allem SPÖ-Landeshauptmann Peter Kaiser. Der rote Landeschef verschanze sich mit seinen sozialistischen Regierungsmitgliedern im Regierungsgebäude. Kaiser verwechsle seine Rolle, er sehe sich nicht als Landeshauptmann, sondern als stellvertretender SPÖ-Bundesparteiobmann. Daher versuche er auch nicht, bei der Bundesregierung das Beste für Kärnten zu erreichen, sondern kritisiere sie lieber aus parteipolitischen Motiven.

Darmann schwor die Funktionäre bereits auf die Kommunalwahlen 2021 ein, denn „die Gemeinderatswahl ist die Mutter aller Schlachten“. Für die Parteifunktionäre hatte er ein „Zuckerl“ im Gepäck. Für jeden Wähler, den die Ortsgruppen zusätzlich gewonnen hätten, werde es einen „Wählereuro“ von der Landespartei geben. Im Jahr 2023 will Darmann den Landeshauptmannsessel von der SPÖ zurückerobern.

Das kam bei den Delegierten gut an, die Darmann mit 202 der 211 abgegebenen Stimmen im Amt bestätigten. Beim Parteitag 2016, als er Christian Ragger als Parteichef abgelöst hatte, lag die Zustimmung bei 84 Prozent. Dieses Ziel wollte er übertroffen sehen, was ihm deutlich gelang.

Es gab auch Anträge, die am Parteitag beschlossen wurden. Diese umfassten das Thema Abwehrkampf und Volksabstimmung, ein günstiges Seniorenticket für den öffentlichen Verkehr sowie eine Lehrlingsoffensive. Die Nationalratsabgeordneten Erwin Angerer und Maximilian Linder, die Landtagsabgeordneten Josef Lobnig und Elisabeth Dieringer-Granza sowie Bürgermeister Josef Ofner wurden in offener Abstimmung en bloc einstimmig zu Darmanns Stellvertretern gewählt. Der Parteitag endete traditionell mit dem Kärntner Heimatlied.

~ WEB http://www.fpoe.at ~ APA131 2019-05-11/14:33




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