Letztes Update am Sa, 11.05.2019 15:00

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Russland fordert Ukraine zum Dialog mit Konfliktregion Donbass auf



Kiew/Moskau (APA/dpa) - Russland hat die Ukraine zum fünften Jahrestag der Unabhängigkeitsreferenden in den Gebieten Donezk und Luhansk zum Dialog mit den Separatisten aufgerufen. Eine Lösung des Konfliktes in der Ukraine könne es nur durch direkte Gespräche der Regierung in Kiew mit den Menschen im Donbass geben. Das sagte der russische Beauftragte in der Kontaktgruppe, Boris Gryslow, laut der Agentur Interfax am Samstag.

„Je früher Kiew das begreift, desto besser“, sagte Gryslow. Nach international nicht anerkannten Volksabstimmungen hatten die Gebiete Luhansk und Donezk vor fünf Jahren ihre Unabhängigkeit von der Ukraine erklärt.

Auch Russland erkennt die selbst ernannten Volksrepubliken nicht an. Nach Darstellung von Gryslow gibt es nach dem Sieg des Schauspielers Wolodymyr Selenskyj bei der ukrainischen Präsidentenwahl im April nun wieder die Chance für eine Lösung des Konflikts. Der scheidende Amtsinhaber Petro Poroschenko hatte Gespräche mit den Separatisten stets abgelehnt. Bei den Kämpfen ukrainischer Regierungstruppen gegen die aus Russland unterstützten Separatisten starben nach UNO-Angaben bisher 13.000 Menschen.

Gryslow betonte, die Gebiete hätten Anspruch auf einen Sonderstatus. Das sei etwa mit Unterschrift der Ukraine im Friedensplan von Minsk so vereinbart worden. „Das ist die rechtliche Wirklichkeit“, sagte er. Dagegen sieht die Ukraine Russland in dem Konflikt als Aggressor. Zuletzt hatte Präsident Wladimir Putin den ukrainischen Staatsbürgern russische Pässe versprochen und damit international Kritik auf sich gezogen. Die traditionell russisch geprägten Regionen allerdings feierten die Schritt als weitere Annäherung an das Nachbarland.




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