Letztes Update am Sa, 11.05.2019 15:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Formel 1: Marketing-Chef Bratches: Interlagos hat aufrechten Vertrag



Montmelo (APA/dpa/Reuters) - In Brasilien ist ein Streit entflammt, ob der Formel-1-Grand-Prix schon 2020 von Sao Paulo nach Rio de Janeiro umzieht. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro will in die Hauptstadt, der derzeitige Standort Interlagos wehrt sich aber. Der Marketing-Chef der Rennserie, Sean Bratches, bestätigte am Samstag einen bis Dezember 2020 gültigen Vertrag.

„Wir haben einen bis 2020 aufrechten Vertrag mit dem derzeitigen Veranstalter“, erklärte Bratches. Brasiliens Staatspräsident Bolsonaro hatte hingegen am Mittwoch laut Medienberichten verkündet, dass der Große Preis von Brasilien bereits nächstes Jahr in Rio stattfinden solle. In der Stadt am Zuckerhut soll demnach in nur sechs bis sieben Monaten eine privat finanzierte Rennstrecke gebaut werden, die den Namen des 1994 tödlich verunglückten brasilianischen Rennfahrers und dreimaligen Weltmeisters Ayrton Senna tragen werde.

Alexander Wurz, der sich auf das Designen von Rennstrecken spezialisiert hat, hält diesen Zeithorizont für einen Strecken-Neubau nur bedingt für umsetzbar. „In einem Crashkurs für Bauingenieure könnte man es vielleicht in sechs bis neun Monaten schaffen, aber das wäre fast ein Wunder“, sagte der Niederösterreicher Wurz. Der frühere Rennfahrer verwies auf die dafür notwendige Vorlaufzeit: „Wenn es von Grund auf neu gebaut wird, müssten sie mit der detaillierten Planung und den Ausschreibungen, um etwa die richtigen Bauunternehmer zu finden, schon weit sein.“

Während Bolsonaros Idee noch unausgegoren scheint, ist bereits fix, dass Hanoi 2020 seine Premiere im Rennkalender geben wird. Barcelona, an diesem Wochenende Ausrichter des fünften WM-Laufs, dürfte sich hingegen wegen unsicherer Fördergelder seitens der öffentlichen Hand wie der Standort Mexiko verabschieden und könnte von Zandvoort ersetzt werden. Auch die Verträge mit Silverstone, Monza und Hockenheim laufen nach derzeitigem Stand aus - es wird noch verhandelt.




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