Letztes Update am So, 12.05.2019 04:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Über 5.500 Abschiebungen im ersten Quartal aus Deutschland



Berlin (APA/AFP) - Zu Jahresbeginn sind nach Medienberichten mehr als 5.500 Menschen aus Deutschland abgeschoben worden. Von Anfang Jänner bis Ende März seien es 5.613 Menschen gewesen, berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntagsausgabe) unter Berufung auf die Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion.

Die meisten seien nach Italien, Albanien und Georgien abgeschoben worden. In die Maghreb-Staaten gab es demnach rund 400 Abschiebungen. Im ersten Quartal 2018 lag die Zahl der Abschiebungen demnach bei 6.235. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr knapp 24.000 Menschen aus Deutschland abgeschoben.

Die innenpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Ulla Jelpke, kritisierte die Abschiebepraxis. Die Zahl bewege sich „auf dem erschreckend hohen Niveau der Vorjahre“, sagte sie den Funke-Zeitungen. Vor allem die vielen sogenannten Dublin-Abschiebungen seien alles andere als ein gutes Zeichen, sagte Jelpke. „Das italienische Asylsystem weist gravierende Mängel auf, viele Asylsuchende leben dort auf der Straße, ohne Zugang zu Nahrungsmitteln und medizinischer Versorgung.“

Das Dublin-Abkommen zum Umgang mit Asylbewerbern in der Europäischen Union sieht vor, dass Flüchtlinge ihren Asylantrag in dem EU-Land stellen müssen, in dem sie als erstes europäischen Boden betreten..

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