Letztes Update am So, 12.05.2019 09:34

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Pakistans Regierungschef verurteilt Angriff auf Hotel als Sabotageakt



Islamabad (APA/AFP) - Pakistans Premierminister Imran Khan hat die Attacke auf ein Luxushotel in der südpakistanischen Stadt Gwadar mit einem Todesopfer als Sabotageakt verurteilt. Es handle sich um einen Versuch, „unsere Wirtschaftsprojekte und unseren Wohlstand zu sabotieren“, erklärte Khan am Sonntag.

„Wir werden es nicht zulassen, dass diese Pläne Erfolg haben.“ Die Polizei teilte unterdessen mit, dass alle Angreifer getötet worden seien.

Mindestens ein Mensch war bei dem Angriff am Samstag ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei stürmten vier Bewaffnete das Pearl Continental Hotel in Gandwar und eröffneten das Feuer. Dabei hätten sie einen Wachmann erschossen. „Alle vier Terroristen wurden getötet und Sicherheitskräfte haben die komplette Kontrolle über das Hotelgebäude übernommen“, sagte ein örtlicher Polizist der Nachrichtenagentur AFP am Telefon. Sicherheitskreise in Islamabad bestätigten die Angaben.

Provinz-Innenminister Ziaullah Langu sprach von „mehreren Leichtverletzten“. Die Mehrheit der Gäste des Fünf-Sterne-Hotels sei in Sicherheit gebracht worden. Von Seiten der Polizei hieß es dagegen, in dem Gebäude habe sich nur Personal aufgehalten.

Die Separatistengruppe Befreiungsarmee von Baluchistan bekannte sich im Kurzbotschaftendienst Twitter zu dem Überfall.

Das Hotel gehört zu einem millionenschweren chinesischen Infrastrukturprojekt in der Hafenstadt. Gwadar liegt in der pakistanischen Unruheprovinz Baluchistan. Die chinesische Botschaft in Islamabad verurteilte den Vorfall scharf.

Die Stadt ist ein Standort des chinesischen Mega-Infrastrukturprojektes „Neue Seidenstraße“. Bereits eröffnet wurde ein „Wirtschaftskorridor“ zwischen dem Hafen der Stadt am Arabischen Meer und Kashgar in der nordwestchinesischen Provinz Xinjiang.

Pakistan hofft auf Ankurbelung seiner Wirtschaft. Viele Bewohner der Provinz fühlen sich jedoch von den Profiten, die derartige Projekte bringen, ausgeschlossen. Erst vor drei Wochen hatten in Baluchistan bewaffnete Männer 14 Buspassagiere erschossen. Zu dem Überfall bekannt sich eine Separatistengruppe.




Kommentieren