Letztes Update am So, 12.05.2019 13:25

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball: Deutschland vor spannendstem „Showdown“ seit neun Jahren



München/Dortmund (APA/dpa) - Vor der letzten Runde der deutschen Fußball-Bundesliga ist nur die Abstiegsfrage geklärt. Eng ist es im Rennen um den vierten Platz in der Champions League und die Europa-League-Teilnahme. Über allem steht aber die Titelfrage. Bayern München hat die vorzeitige Entscheidung am Samstag mit einem 0:0 in Leipzig verpasst, Verfolger Dortmund ist nach einem Heim-3:2 gegen Düsseldorf zwei Punkte zurück.

Für Leipzig war der Punktgewinn in eigenem Interesse, auch wenn sie auf Platz drei einzementiert sind. Doch nun müssen die Bayern, bei denen Coach Niko Kovac vom Verein bisher keine offene Jobgarantie für 2019/20 hat, am Samstag beim „Showdown“ daheim gegen die von Adi Hütter gecoachte Eintracht aus Frankfurt die Einser-Garnitur aufs Feld schicken und können niemand für das Berliner Cup-Finale eine Woche danach schonen.

Weiteres Ärgernis für die Bayern um ÖFB-Star David Alaba ist, dass sie es in der Entscheidung mit einem Gegner zu tun bekommen, für den es noch um die Champions League geht. Ein Punkt würde reichen, um den siebenten Meistertitel en suite bzw. den insgesamt 29. zu holen. Freilich haben auch die Dortmunder bei Champions-League-Aspirant Borussia Mönchengladbach den für sie nötigen Sieg noch lange nicht fix.

Für die in den vergangenen Meister-Saisonen meist dominierend aufgetretenen Bayern ist ein Titel-Duell in der letzten Runde nicht alltäglich. „So eng war es noch nie“, stellte Stürmer Thomas Müller daher auch fest. Letztmals fiel eine Meister-Entscheidung in einer letzten Runde 2009/10, als Wolfsburg zwei Zähler vor den Bayern vorangelegen war. Einen solchen Vorsprung verspielt hat zuletzt Bayer Leverkusen vor 19 Jahren.

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Welche Bedeutung die Meisterwürde sowie die Wahrung der Chance auf das Double für die Münchener hat, verdeutlichte Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic am Samstag als Gast im ZDF-Sportstudio. Bei Erreichen des Ziels würde er für die erste Saison unter Coach Nico Kovac eine „Zwei plus“ geben. „Wenn nicht, war es eine Scheißsaison“, meinte Salihamidzic unabhängig vom möglichen Cupsieg.

Für die Dortmunder wiederum ist die Titelchance fast ein Geschenk, obwohl sie im Dezember bereits neun Punkte Vorsprung hatten. „Wir werden in den 34. Spieltag alles reinlegen. Die Bayern können alles verlieren, wir können alles gewinnen“, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Gegen Düsseldorf hatte es nach dem späten Anschlusstor der Gäste aber noch ein kurzes Zittern um die so wichtigen drei Punkte gegeben.

Bitter könnte es für den zu Leipzig wechselnden Hoffenheim-Coach Julian Nagelsmann werden. Nach einem 0:1 gegen Bremen ist Hoffenheim nur Achter, für das Ticket für Europa braucht es Schützenhilfe. Ein Punkt fehlt auf den von Wolfsburg gehaltenen, angestrebten Rang sieben, bei Bremen sind es zwei. Sonst kommen zwei aus dem Trio Frankfurt/Mönchengladbach/Leverkusen in den unteren Europacup-Bewerb.

Mit Hannover und Nürnberg steigen zwei Traditionsclubs fix ab, mit Stuttgart könnte ein dritter dazukommen. In Nürnberg feierten die Fans dennoch. „Der Moment nach dem Spiel in der Kurve war ein ganz besonderer“, sagte der Vorarlberger Georg Margreitter. Für Stuttgarts Kapitän Christian Gentner ist die Relegation eine neue Chance: „Wir haben 27 Punkte, da darfst du normal nicht in der Liga bleiben.“

Bei Nürnberg soll der neue Trainer in den kommenden Tagen vorgestellt werden. Medienberichten zufolge ist der Wiener Damir Canadi, bisher Coach von Atromitos Athen, Favorit. „Wir trauern jetzt gemeinsam und gehen durch dieses Tief gemeinsam durch“, sagte Margreitter, der den Nürnbergern auch in der 2. Liga erhalten bleibt. Mit Clubkollegen Lukas Jäger sowie den Hannoveranern Kevin Wimmer und Samuel Sahin-Radl sind weitere Österreicher vom Abstieg betroffen.




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