Letztes Update am So, 12.05.2019 18:38

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Almosenmeister des Papstes reaktiviert Strom in besetztem Gebäude



Rom (APA) - Der Almosenmeister des Papstes, der polnische Kardinal Konrad Krajewski, hat mit einer Initiative zugunsten der Einwohner eines ohne Genehmigung besetzten Gebäudes in Rom für Aufsehen gesorgt. Krajewski reaktivierte persönlich die Stromversorgung im Gebäude, die wegen ungezahlter Stromrechnungen abgedreht worden war.

Kajewski besuchte am Samstag die rund 400 Bewohner des Gebäudes, das die Gemeinde Rom räumen will, und brachte den Kindern Spielsachen. Da das Gebäude und die besetzten Wohnungen seit drei Tagen ohne Strom sind, weil bei der städtischen Energiegesellschaft Schulden in der Größenordnung von 300.000 Euro angesammelt wurden, reaktivierte Krajewski selbstständig die Stromversorgung.

„Der Kardinal hat mehrmals mit der Stromgesellschaft telefoniert. Als keine konkrete Antwort kam, hat er beschlossen, selbst in den Raum hinabzusteigen, wo der Strom abgedreht worden war. Er berichtete, dass er sich aus seiner Zeit in Polen mit Elektrizität auskenne. Das Licht war plötzlich wieder da“, berichtete einer der Bewohner des Gebäudes laut Medienangaben vom Sonntag.

Krajewkis betonte, er übernehme persönlich die Verantwortung für seine Geste vor der Stromgesellschaft und der Gemeinde Rom. Das verwahrloste Gebäude im Besitz der Stadt Rom unweit der bekannten Kirche Santa Croce in Gerusalemme ist seit 2013 von Aktivisten des Verbands Action besetzt, der sich für Sozialwohnungen zugunsten einkommensschwacher Personen einsetzt.

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Die Initiative des Kardinals löste Protest von Innenminister Matteo Salvini aus. „Ich rechne damit, dass der Almosenmeister des Papstes, die nicht bezahlten Stromrechnungen in der Größenordnung von 300.000 Euro zahlen wird“, sagte Salvini. Der Innenminister setzt sich für die Räumung illegale besetzter Gebäude in Rom ein.




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