Letztes Update am Mo, 13.05.2019 02:50

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Jihadisten-Kommandant ruft zur Verteidigung von Idlib auf



Damaskus (APA/AFP) - Der Anführer der Jihadistenallianz Hayat Tahrir al-Sham (HTS) hat seine Unterstützer zur Verteidigung der Provinz Idlib aufgerufen. In einem am Sonntag veröffentlichten Video reagierte Abu Mohammed al-Jolani damit auf die zuletzt zunehmenden Angriffe auf die HTS-Hochburg. Eigentlich sollte eine im September vereinbarte Pufferzone die Region vor solchen Angriffen schützen.

„Wir rufen jeden, der eine Waffe ergreifen kann, auf, zum Schlachtfeld zu kommen“, sagte Al-Jolani in dem Video. Die Regierung in Damaskus und ihre russischen Verbündeten hatten in den vergangenen Wochen die Zahl ihrer Luftangriffe auf die Provinz im Nordwesten des Landes erhöht. Das bedeute „den Tod aller vorherigen Absprachen“, sagte der Jihadisten-Kommandant.

Wann und wo genau das Video aufgezeichnet wurde, war zunächst nicht bekannt. Zu sehen ist lediglich ein eher ländliches Umfeld, in dem ein Tarnkleidung tragender Al-Jolani im Gras sitzt. Ein Aktivist gab an, er habe das Video im Norden der Provinz Hama aufgezeichnet. Einige Anzeichen deuten darauf hin, dass es unlängst nach einem Vorstoß der Truppen von Präsident Bashar al-Assad aufgenommen wurde.

Der russische Staatschef Wladimir Putin und sein türkischer Kollege Recep Tayyip Erdogan hatten im September bei einem Gipfel in Sotschi eine Waffenruhe zwischen den syrischen Regierungstruppen und den vorwiegend islamistischen Rebellen in Idlib vereinbart. Zudem beschlossen sie die Einrichtung einer 15 bis 20 Kilometer breiten Pufferzone um Idlib, aus der alle schweren Waffen sowie die jihadistischen Kämpfer abgezogen werden sollten.

Zwar wurde die Vereinbarung nur teilweise umgesetzt, doch konnte damit zunächst eine Offensive der Regierungstruppen abgewendet werden. Anfang Jänner drängte die Jihadistenallianz HTS jedoch rivalisierende Rebellengruppen zurück und weitete ihre Kontrolle über praktisch ganz Idlib aus. Damit stieg das Risiko einer Konfrontation mit der Regierung.




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