Letztes Update am Mo, 13.05.2019 13:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mieten in Berlin steigen deutlich langsamer



Berlin (APA/AFP) - Die Mieten in Berlin sind in den vergangenen zwei Jahren deutlich langsamer gestiegen. Sie kletterten laut Mietspiegel 2019 im Schnitt um rund 2,5 Prozent auf 6,72 Euro je Quadratmeter, wie der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) am Montag mitteilte.

Damit habe sich der Anstieg gegenüber dem Mietspiegel 2017 nahezu halbiert, als eine jährliche durchschnittliche Steigerungsrate von 4,6 Prozent ermittelt worden war. BBU-Vorstand Maren Kern erklärte, Grund für die Verlangsamung sei auch die Wirksamkeit von Instrumenten wie der Mietpreisbremse. Der neue Mietspiegel sei von allen an der Arbeitsgruppe Mietspiegel beteiligten Verbänden der Vermieter- und Mieterseite anerkannt worden - „zum ersten Mal wieder seit 2013“, betonte Kern.

Im BBU sind rund 350 landeseigene, kommunale, genossenschaftliche, private und kirchliche Wohnungsunternehmen in Berlin-Brandenburg vereint. Sie bewirtschaften rund 42 Prozent aller Mietwohnungen in Berlin.

Der Direktor des Deutschen Mieterbunds, Lukas Siebenkotten, hat die geplante Verschärfung der Mietpreisbremse begrüßt. „Es ist richtig, wenn Mieter rückwirkend zuviel gezahltes Geld vom Vermieter zurückverlangen könnten“, sagte Siebenkotten am Montag dem Sender NDR Info. Bisher müssen Eigentümer erst ab dem Zeitpunkt die überhöhte Miete reduzieren, an dem sie vom Mieter dafür gerügt werden. Die deutsche Justizministerin Katarina Barley (SPD) will das ändern. Sie hatte am Sonntag angekündigt, ihr Ministerium werde in Kürze einen Referentenentwurf zur Verschärfung der Mietpreisbremse vorlegen. Zudem soll demnach das bisher bis 2020 geltende Gesetz bis 2025 verlängert werden.

Siebenkotten sagte, er erwarte von der geplanten Gesetzesverschärfung jedoch keine allgemeine mietdämpfende Wirkung. „Die Mietpreisbremse betrifft nur Neu- und Wiedervertragsmieten, aber nicht die laufenden Verhältnisse, die mehr als 90 Prozent aller Mietverhältnisse ausmachen.“ Dafür sei eine Deckelung des Mietanstiegs nötig. Siebenkotten schlug vor, dass Mieten für einen begrenzten Zeitraum, zum Beispiel fünf Jahre lang, nur noch in Höhe der Inflationsrate steigen dürfen. „Außerdem müssten dafür mehr Sozialwohnungen gebaut werden“, forderte er. „Denn allein im Bestand lässt sich das Problem nicht lösen.“




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