Letztes Update am Mo, 13.05.2019 13:24

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Britisches Kundengeschäft belastete E.ON zum Jahresauftakt



Düsseldorf (APA/dpa/Reuters) - Sinkende Erträge im Kunden- sowie im Netzgeschäft haben das Ergebnis des Energieversorgers E.ON im ersten Quartal belastet. Schwach entwickelte sich dabei der Vertrieb in Großbritannien, der unter scharfem Wettbewerb sowie durch Preisdruck infolge einer im vergangenen Spätherbst eingeführten Preisobergrenze leidet. Besseres Geschäft mit erneuerbaren Energien konnte den Rückgang nicht ausgleichen.

Dem deutschen Energiekonzern laufen auf dem hart umkämpften britischen Markt die Kunden davon. „Im ersten Quartal haben wir in Großbritannien etwas über 200.000 Kunden verloren“, sagte Finanzchef Marc Spieker am Montag auf einer Telefonkonferenz mit Journalisten. „Die Situation ist dort nicht zufriedenstellend.“ E.ON werde versuchen, auf der Insel gegenzusteuern. Im ersten Quartal war dort der operative Gewinn um rund 90 Mio. auf 59 Mio. Euro gefallen. Auf diesem Niveau werde das Ergebnis auch in etwa im Gesamtjahr bleiben, sagte Spieker. Es werde zumindest nicht wesentlich schlechter ausfallen.

Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) des Konzerns sank in den Monaten Jänner bis März um 8 Prozent auf knapp 1,2 Mrd. Euro, wie das Unternehmen am Montag in Essen mitteilte. Der Konzernüberschuss wurde mit 393 Mio. Euro mehr als halbiert. So wirkten sich eine höhere Steuerquote sowie Kosten im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme des Konkurrenten Innogy negativ aus. Bereinigt sank der Nettogewinn um 11 Prozent auf 650 Mio. Euro. Der Konzernumsatz stieg um 5 Prozent auf 9,16 Mrd. Euro.

Nicht nur in Großbritannien, auch im deutschen Markt verzeichnete E.ON einen Ergebnisrückgang. Das Netzgeschäft, das den Löwenanteil zum Ergebnis beiträgt, verzeichnete leichte Rückgänge. Dagegen konnten die erneuerbaren Energien dank höherer Strommengen ihre Ergebnisse steigern.

Die Jahresprognose bekräftigte der Konzern. E.ON erwartet ein Ergebnis in etwa auf Vorjahresniveau. So geht der Konzern für 2019 von einem bereinigten Ebit von 2,9 bis 3,1 Mrd. Euro aus, der bereinigte Nettogewinn soll zwischen 1,4 und 1,6 Mrd. Euro liegen.

Die geplante Übernahme des Konkurrenten Innogy sieht E.ON im Zeitplan und zeigte sich zuversichtlich, die erforderlichen Genehmigungen in der zweiten Jahreshälfte zu erhalten. Die EU-Kommission prüft die Übernahme vertieft und will bis Ende August darüber entscheiden.

Die Innogy-Übernahme gehört zu einem großangelegten Geschäftetausch zwischen der Innogy-Mutter RWE und E.ON. Nach der Innogy-Übernahme soll das gesamte Geschäft mit erneuerbaren Energien der beiden Konzerne an RWE gehen, E.ON selbst konzentriert sich künftig auf Netz und Vertrieb. Dazu wird RWE mit knapp 17 Prozent an E.ON beteiligt. Den RWE betreffenden Teil des Geschäfts haben die EU-Kommission und das Bundeskartellamt bereits ohne Auflagen genehmigt.

~ ISIN DE000ENAG999 WEB http://www.eon.com/ ~ APA276 2019-05-13/13:20




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