Letztes Update am Mo, 13.05.2019 13:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Neues Verfahren gewinnt Phosphor und Biogas aus Klärschlamm



Lausanne (APA/sda) - Phosphor wird weltweit als Düngemittel gebraucht, aber die Reserven sind begrenzt. Jener Teil des Phosphors, der in Kläranlagen landet, wird großteils ungenutzt mit dem Klärschlamm entsorgt. Um ihn zurückzugewinnen, haben Forscher der ETH Lausanne (EPFL) ein neues Verfahren entwickelt.

Dieses beruht darauf, den Klärschlamm unter hohem Druck und bei 400 Grad Celsius in einen sogenannten superkritischen Zustand zwischen flüssig und gasförmig zu bringen, wie die EPFL am Montag mitteilte. Dadurch werden Phosphor und Mineralsalze weniger löslich und kristallisieren, so dass sie sich leicht abtrennen lassen. Auf diese Weise könne man 90 Prozent des Phosphors zurückgewinnen, erklärte Frederic Juillard, Chef des EPFL-Spin Offs TreaTech.

In ihr System integrierten die Forscher zudem einen neuartigen Biogas-Reaktor des Paul Scherrer Instituts (PSI), der eine fast vollständige Umwandlung zu Biogas erlaube. Bisher verwendete Systeme erreichten nur eine Umwandlung von 40 bis 50 Prozent, schrieb die EPFL. Zudem gelinge die Umwandlung in deutlich kürzerer Zeit, nämlich in rund 20 Minuten statt 30 Tagen. Das übrig bleibende Wasser sei frei von Giftstoffen und könne der städtischen Wasserversorgung wieder zugeführt werden.

Mit Unterstützung des PSI und des Schweizer Bundesamts für Energie hat das Spin Off-Unternehmen bereits erfolgreich einen Prototyp getestet und entwickelt nun eine Version des Systems in viel größerem Maßstab. Voraussichtlich im Jahr 2022 soll es testweise an einer Kläranlage installiert werden.




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