Letztes Update am Mo, 13.05.2019 16:47

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Babis kritisiert Bodenkauf durch Ausländer in Tschechien



Prag/Brünn (APA) - Der tschechische Premier Andrej Babis sieht die Nahrungsmittel-Eigenversorgung seines Landes als „katastrophal“. Tschechien müsse Schweine- und Geflügelfleisch, Eier und viele weitere Agrarprodukte importieren, sagte der Regierungschef laut Presseberichten vom Montag auf einer Agrarkonferenz in Brünn.

In Tschechien gebe es heute die größte Konzentration von Handelsketten. „Es war ein grundsätzlicher Fehler, Ausländern zu erlauben, Boden zu kaufen. In Ungarn oder Polen gibt es das nicht“, fügte Babis, der Besitzer der Agrarholding „Agrofert“ ist, hinzu.

„Heute sind die Zahlen über die Autarkie katastrophal. Jeder Staat sollte sich langfristig bemühen, seine Einwohner ernähren zu können. Dreißig Jahre sind seit der (Samtenen) Revolution vergangen. In den 90-er Jahren, als es keine Vision in der Landwirtschaft gegeben hatte, hatten die Politiker gesagt, man werde alles importieren“, sagte Babis.

Laut dem Chef der Tschechischen Landwirtschaftskammer Zdenek Jandejsek liegt die Autarkie Tschechiens in der Produktion von Schweinefleisch bei 36 bis 38 Prozent und von Geflügelfleisch bei 55 Prozent. In der Eierproduktion seien es 60 Prozent und in der Milchproduktion 85 Prozent.

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Babis forderte zudem die Agrarvertreter auf der Konferenz auf, gegen „Unwahrheiten“ in Sachen Raps-Anbau zu kämpfen. Die Informationen, wonach Raps den Boden und Grundwasser vernichteten, seien nicht wahr.

Einer der größten tschechischen Verarbeiter von Raps und Produzent von Metylester, was als Zutat in Bio-Diesel verwendet wird, ist die Girma Preol, die der Holding „Agrofert“ angehört.




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