Letztes Update am Mo, 13.05.2019 17:43

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Strom- und Gaspreis - Andere Energieversorger planen keine Anhebung



Wien/Klagenfurt/Salzburg (APA) - Einige große Energieversorger planen aktuell keine Preiserhöhungen bei Strom und Gas, einige beobachten aber den Markt, wie es heute aus den Unternehmen zur APA hieß. Die EnergieAllianz hat heute eine Anhebung per 1. Juni angekündigt. Die Strom- und Gasgroßhandelspreise steigen seit einiger Zeit. Die AK will, dass die neuen Entwicklungen wettbewerbsrechtlich unter die Lupe genommen werden.

Der Kärntner Energieversorger Kelag plant aktuell keine Erhöhungen. Man beobachte die Entwicklung, habe aber keine konkreten Pläne, die Preise anzuheben, hieß es am Montag auf APA-Anfrage.

Die Salzburg AG möchte noch die Marktentwicklung beobachten, bevor entsprechende Schritte gesetzt werden. „Aber wir verstehen, warum die EnergieAllianz hier die Preise anhebt. Auch wir sind in der intensiven Detailprüfung“, sagte eine Unternehmenssprecherin zur APA. „Die Auswirkung der Strompreiszone und der deutliche Anstieg der Marktpreise gehen leider auch an uns nicht vorüber“. Die Salzburg AG hat zuletzt im Juli 2018 ihre Tarife für Strom und Gas erhöht.

Die Energie AG Oberösterreich gibt eine Energiepreisgarantie auf Strom und Gas bis zum 1. Jänner 2020, wurde heute aus dem Unternehmen bekräftigt. Die Linz AG wies ebenfalls auf ihre aufrechte Preisgarantie beim Strom bis Anfang Jänner 2020 hin. Beim Gas sei auch keine Erhöhung geplant, bis November würden die Kunden sogar noch von einem 8,5-prozentigen verbrauchsabhängigen Rabatt profitieren, so eine Unternehmenssprecherin.

Der Tiroler Landesenergieversorger Tiwag schloss gegenüber der APA bei Fortbestand der aktuellen Börseentwicklung Strompreiserhöhungen bei den Standardtarifen für 2019 aus. Nach dem letztjährigen kräftigen Preisanstieg sei die Lage an den Strombörsen aktuell einigermaßen stabil, hieß es.

Der Verbund, der österreichweit Strom und Gas anbietet, beobachte die Preisentwicklungen an den internationalen Strompreisbörsen weiterhin, eine weitere Erhöhung der Strom- und Gaspreise sei beim Verbund aus heutiger Sicht nicht vorgesehen, hieß es aus dem Unternehmen zur APA. Im Zeitraum April bis Juni erhöhen sich die Strom- und Gaspreise aufgrund energiewirtschaftlicher Entwicklungen - wie der Anstieg der europäischen Großhandelspreise wegen steigender Primärenergiepreise und der CO2-Zertifikatspreis sowie des sowie Inkrafttretens der Trennung der österreichisch-deutschen Strompreiszone.

Seitens der Energie Steiermark hieß es am Montag auf APA-Nachfrage, dass für das laufende, zweite Quartal 2019 keine Erhöhung der Strom- oder Gaspreise geplant sei. Beim Vorarlberger Strom- und Gasversorger Vorarlberger Kraftwerke AG (VKW) ist per Juni keine Preiserhöhung geplant. „Die Preise bleiben, wie sie sind“, erklärte VKW-Pressesprecher Andreas Neuhauser auf APA-Anfrage.

Die Strom- und Gaspreise gehen seit einiger Zeit nach oben. Von den größeren Versorgern hatten etwa die Tiroler Tiwag, die Innsbrucker Kommunalbetriebe und die Energie Steiermark die Preise bereits angehoben. Auch bei vielen kleineren und alternativen Anbietern sind Strom und Gas seit Jahresbeginn teurer geworden. Die EAA (Wien Energie, EVN, Energie Burgenland) hatte die Preise schon im Herbst des Vorjahres erhöht, den Anfang hatte im Vorjahr die Salzburg AG zur Jahresmitte gemacht. Den Anstieg der Strom-Großhandelspreise zeigt auch der von der österreichischen Energieagentur errechnete Strompreisindex (ÖSPI): Er lag im Mai auf dem höchsten Stand seit Juni 2012 und um fast 50 Prozent höher als im Mai des Vorjahres. Der ebenfalls von der Energieagentur errechnete Österreichische Gaspreisindex (ÖGPI) erreichte in den vergangenen Monaten die höchsten Werte seit 2015.

Die Arbeiterkammer (AK) erklärte am Montag in einer Aussendung zum sich fortsetzenden Reigen der Preiserhöhungen bei Strom und Gas, dass sich tatsächlich ein allgemeiner Anstieg der Energiepreise auf Großhandelsebene beobachten lasse. „Allerdings sollte den Preissteigerungen genauer auf den Zahn gefühlt werden“, so Christa Schlager, Leiterin der AK Wirtschaftspolitik. Auffällig für die AK sei, dass Strompreissenkungen auf den Großhandelsmärkten in der Vergangenheit nur sehr zögerlich und nicht in voller Höhe an die Haushaltskunden weitergegeben worden seien. Preiserhöhungen wurden dagegen sehr rasch und umfangreich an die privaten Haushalte weitergereicht.

Die AK fordert daher die zuständigen Aufsichtsbehörden - E-Control und Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) - auf, die neuen Entwicklungen auf den Strom- und Gasmärkten wettbewerbsrechtlich unter die Lupe zu nehmen.

Die letzte Sektorenuntersuchung der BWB für Strom und Gas sei bereits 13 Jahre her. In der Zwischenzeit habe sich die Welt der Energieerzeugung schon mehr als einmal gedreht und grundsätzlich geändert. „Es ist daher mehr als dringend an der Zeit, die Erhöhungen der Energiepreise nicht nur zu beobachten, sondern die Ursachen der Erhöhungen zu überprüfen“, heißt es in der heutigen Pressemitteilung.

~ ISIN AT0000746409 WEB http://www.kelag.at

http://www.salzburg-ag.at

http://www.energieag.at

http://www.tiroler-wasserkraft.at

http://www.verbund.com

http://www.arbeiterkammer.at

https://www.e-steiermark.com ~ APA447 2019-05-13/17:39




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