Letztes Update am Mo, 13.05.2019 18:25

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frankfurter Börse



Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der sich hochschaukelnde Zollstreit zwischen den USA und China hat den Anlegern am deutschen Aktienmarkt den Wochenstart verhagelt. Für den DAX, der bereits in der vergangenen Woche knapp 3 Prozent eingebüßt hatte, ging es am Montag um 1,52 Prozent auf 11.876,65 Punkte abwärts. Die erhoffte Einigung im Handelsstreit werde nun wieder ausgepreist, kommentierte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets.

Der MDAX verlor 1,77 Prozent auf 25 037,18 Punkte.

Der vorsichtige Optimismus, den die USA und China am Freitag nach der jüngsten Gesprächsrunde zunächst an die Wall Street getragen hatten, ist also wieder verflogen. Neue Ankündigungen beider Seiten zeugten davon, dass es mit dem zunächst gezogenen Fazit vom Freitag mit angeblich konstruktiven Gesprächen nicht so weit her ist. US-Präsident Donald Trump gab China am Montag erneut die Schuld an der Eskalation. Zuvor hatte er bereits mit neuen Sonderzöllen gedroht, sofern eine Annäherung ausbleibe.

China schlug unterdessen zurück: Ab 1. Juni sollen bestehende Zölle auf amerikanische Waren erhöht werden. Knapp 2.500 US-Produkte sollen demnach mit 25 Prozent Importzoll belegt werden.

An der Frankfurter Börse zogen die Anleger vor allem bei konjunkturempfindlichen Branchen die Notbremse. So mangelte es wegen der Unsicherheit um den Zollstreit am Interesse an Aktien aus der Autobranche: Continental verloren 4,38 Prozent und Daimler 3,28 Prozent.

Abgeschlagenes Schlusslicht im DAX waren die Aktien von Thyssenkrupp mit einer Gegenreaktion auf ihr jüngstes Kursfeuerwerk. Nach dem fast 30-prozentigen Kurssprung vom Freitag fielen die Papiere des Industriekonzerns um 8,68 Prozent zurück.

Bei den zyklischen Techwerten verstärkte sich am Nachmittag im Zuge einer sehr schwachen New Yorker Nasdaq-Börse der Abwärtsdruck. Infineon verloren als zweitschwächster DAX-Wert 4,66 Prozent. Im MDAX sanken Dialog Semiconductor um 4,61 Prozent und Siltronic brachen als Schlusslicht um 8,29 Prozent ein.

Relativen Zuspruch erhielten im schwachen Markt nach dem üblichen Schema die als defensiv angesehen Sektoren wie Immobilien oder Versorger. Vonovia waren an der DAX-Spitze mit plus 1,71 Prozent unter den wenigen Werten mit positiven Vorzeichen. E.ON gewannen 0,42 Prozent. Der Energiekonzern hatte Resultate zum ersten Quartal vorgelegt. Diese seien etwas besser als erwartet gewesen, so der Tenor unter Analysten.

Außerdem bewegten aussagekräftige Analystenkommentare negativ die Kurse. Heidelberger Druck etwa litten mit minus 5,81 Prozent darunter, dass HSBC-Analyst Richard Schramm die mittelfristigen Ziele außer Sichtweite empfindet - und die Aktie auf „Hold“ abgestufte. Bechtle ist unterdessen für die Experten der Privatbank Metzler kein Kauf mehr. Analyst Holger Schmidt machte sich in seiner Studie sorgen um die sinkende Profitabilität des IT-Systemhauses, dessen Aktien um 2,09 Prozent absackten. Er kappte seine Gewinnprognosen und stufte die Aktien auf „Hold“ ab.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA471 2019-05-13/18:20




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