Letztes Update am Di, 14.05.2019 06:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gott ist ein weltmüder Kerl im Pyjama: Serie „Miracle Workers“



Wien (APA) - In der siebenteiligen Comedy „Miracle Workers“ ist das Leben nach dem Tod eine schlecht geführte Firma (Heaven Inc.), die von weltlichen Problemen wie Budgetkürzungen, frustrierten Mitarbeitern und einem Chef heimgesucht wird, der seine Kreation in die Luft sprengen will. Die heute bei TNT Comedy und Sky X startende Satire von Simon Rich ist ein schräger, einfühlsamer Blick auf das Jenseits.

Am Anfang schuf Gott (Steve Buscemi) Heaven Inc. und die Erde - und er sah, dass es nicht gut war. Die Erde ist ein dummer, blauer Planet, auf dem jede menschliche Kreatur mit freiem Willen ausgestattet wurde. Das hat zu Überbevölkerung, Erderwärmung und viel sinnloser Gewalt geführt. Gott, ein weltmüder, gelangweilter Kerl, der den ganzen Tag im Pyjama vor dem Fernseher hockt, hat die Nase voll und ist bereit, seine lausige Schöpfung in die Luft zu jagen. Lass die Welt brennen, sagt er. „Ich will einmal im Leben Spaß haben!“

Nur ein Wunder könnte den Chef umstimmen. Craig (sehr drollig: Daniel Radcliffe) und Eliza (Geraldine Viswanathan), zwei Engel in der „Abteilung für Beantwortete Gebete“, sollen zwei irdische Loser (Sasha Compère und Jon Bass) dazu bringen, sich ineinander zu verlieben. Leider sind die beiden sehr, sehr schlecht darin, Gebete zu beantworten, vor allem Craig, der lieber mit kleineren Gebeten hilft - verlorenen Schlüssel oder besseres WLAN für den Flughafen. Um den Planeten zu retten, holen sie sich deshalb Unterstützung von Sanjay (Karan Soni) und Rosie (Lolly Adefope), den persönlichen Assistenten Gottes.

In Anlehnung an seinen Roman „In Gottes Namen. Amen!“ (2012) hat der 34-jährige Serienschöpfer Simon Rich (bekannt für seine surreale Serie „Man Seeking Woman“) Gott in unserem Ebenbild geschaffen: fehlerhaft und zerstörerisch. Es ist eine Rolle, die perfekt auf die Comedy-Stärken von Steve Buscemi („Boardwalk Empire“) abgestimmt ist. Seine Version von Gott ist exzentrisch und infantil, aber auch irgendwie ehrlich und offenbart eine naive Süße. In einer späten Folge erhalten wir einen bedeutenden Einblick in Gottes familiären Hintergrund, als wir erfahren, dass er das jüngste und am wenigsten erfolgreiche Kind unter seinen Geschwistern ist.

Es ist unwahrscheinlich, dass man nach einer Folge über den Sinn und Unsinn des Lebens grübelt - es ist eine lockere Angelegenheit -, aber mit sieben etwa 20-minütigen Folgen ist es ist eine kompakte, charmante Serie, die einen zum Lächeln bringt. Irgendwo zwischen dem pseudo-religiösen Charme von „The Good Place“ und der Mythologie von „American Gods“ ist „Miracle Workers“ eine sinnvolle Antwort auf ein sinnloses Universum. Der US-Sender TBS hat angekündigt, dass es als Anthologie-Serie geplant ist, das heißt, es könnten neue Geschichten gezeigt werden, aber mit den gleichen Schauspielern.

(S E R V I C E - Die 1. Staffel von „Miracle Workers“ läuft ab 14. Mai auf TNT Comedy und Sky X. www.sky.at/serien/miracle-workers-172962)




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