Letztes Update am Di, 14.05.2019 12:19

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Volksanwaltschaft - Brinek: Barrierefreiheit kein Nischenproblem



Wien (APA) - Volksanwältin Gertrude Brinek hat am Dienstag Bilanz ihrer Tätigkeit gezogen, was die Themen Barrierefreiheit und Behindertengerechtigkeit betrifft. Es handle sich nicht um ein „Nischenproblem“, betonte sie in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Behindertenanwalt Hansjörg Hofer, und forderte eine Harmonisierung von Rechtsvorschriften, vor allem aber mehr entsprechenden Wohnraum.

Es gehe nicht nur um Menschen mit Behinderung, denn Barrieren existierten auch für ältere, mobilitätseingeschränkte Personen ebenso wie für junge Menschen im Kinderwagen. Oft würden die betroffenen Personen als Bittsteller behandelt, obwohl es ein Recht auf eine inklusive Lebensraumgestaltung gebe, verwies Brinek etwa auf die UN-Behindertenrechtskonvention und die EU-Charta.

Gefordert wurde von ihr, dass der Grundsatz des „anpassbaren Wohnbaus“ überall in Österreich gleichermaßen gelten solle und es auch eine Harmonisierung des Förderwesens brauche. Beim barrierefreien Zugang zu öffentlichen Gebäuden seien Etappenpläne notwendig.

Auch Hofer berichtete von vielen Beschwerden, was den Wohnraum betrifft. So habe ein Ehepaar in einem Wiener Gemeindebau jahrelang auf die Errichtung einer Rampe zur Überwindung der einen Stufe beim Eingang warten müssen. Hofer regte an, dass auch „Wiener Wohnen“ einen Etappenplan erstellen solle, um zumindest einen gewissen Anteil der 220.000 Wohnungen barrierefrei zu gestalten.

Grundsätzlich positiv bewertete Hofer den von der Regierung angestrebten Nationalen Aktionsplan Behinderung für die Jahre 2021 bis 2030. Was fehle, sei aber eine Koordinierung unter den Ressorts. Klar sei, dass die Menschen mit Behinderung, aber auch die Bundesländer eingebunden werden müssten und Indikatoren zur Zielerreichung zu definieren seien.




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