Letztes Update am Di, 14.05.2019 12:22

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Münchner Prozess um Missbrauch von Kindern in Thailand gestartet



München/Bangkok (APA/dpa) - In München hat am Dienstag ein Prozess gegen einen Mann begonnen, der in Thailand hundertfach Kinder missbraucht haben soll. Zum Auftakt schloss das Gericht die Öffentlichkeit weitgehend von dem Verfahren aus. Nach Verlesung der Anklage, die ihm sexuellen Missbrauch in 103 Fällen vorwirft, gab der Beschuldigte über seinen Anwalt eine Erklärung ab, über deren Inhalt zunächst nichts bekannt wurde.

Mehr als 30 Jahre lang soll der Mann immer wieder thailändische Kinder, meist Buben, schwer missbraucht haben. Die jüngsten Opfer waren acht Jahre alt. Ins Rollen kamen die Ermittlungen nach Angaben einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft durch die Stieftochter des Mannes, die angibt, selbst von ihm missbraucht worden zu sein.

Der 67-Jährige soll seine Taten gefilmt und fotografiert haben. In seiner Münchner Wohnung wurden laut Staatsanwaltschaft mehr als 8.500 Kinderpornos gefunden, darunter fast zwölf Stunden Videomaterial. Diese Daten sind die wichtigsten Beweismittel in dem Verfahren. Das Gericht begann am Dienstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit damit, das Material zu sichten.

Sogenannter Sextourismus und Kindesmissbrauch sind in Thailand nach wie vor ein großes Problem. Vor allem über Landesgrenzen hinweg gestaltet sich eine Strafverfolgung nach Angaben des Kinderhilfswerkes Unicef schwierig. Nur selten werden die Täter ermittelt oder gar verurteilt.

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