Letztes Update am Di, 14.05.2019 15:25

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konflikte an Schulen: Sanktionen für Hälfte der Lehrer zu zahnlos



Wien (APA) - Fast jeder zweite Lehrer in Wien und Niederösterreich leidet darunter, dass es zu wenig Sanktionsmöglichkeiten für undisziplinierte Schüler gibt. Das zeigt eine aktuelle Studie, über die die „Krone“ (Dienstagausgabe) berichtet und die der APA vorliegt. Die Untersuchung zeigt allerdings auch, dass ihr schlechtes Image, häufige Reformen und Bürokratie Lehrer mehr belasten als Konflikte und Gewalt.

Für die Studie „Under presssure“ wurden fast 4.600 Lehrer in Wien und Niederösterreich von Forschern der Pädagogischen Hochschule (PH) Niederösterreich und der Uni Wien befragt. Der Untersuchung zufolge leidet jeweils deutlich mehr als die Hälfte der Befragten darunter, dass ihre Schüler nicht motiviert oder unkooperativ sind, den Unterricht durch Disziplinlosigkeit stören, auf Ermahnungen nicht reagieren oder Verhaltensstörungen aufweisen. Viele Lehrer litten unter einem „scheinbar zahnlosen Repertoire an Sanktionsmöglichkeiten“, um der „durchaus belastenden Schülerverhaltensweisen Herr zu werden“, schreiben die Autoren. Sie sehen einen „erhöhten Handlungsauftrag“ an die Verantwortlichen, Lehrern mehr Sanktionsmöglichkeiten zu geben.

Die stärksten „Stressoren“ für Lehrer aller Schultypen sind der Untersuchung zufolge allerdings in ganz anderen Bereichen zu finden: Demnach stellen „ständige Reformen“ die größte Belastung für Lehrer dar, über 80 Prozent fühlen sich dadurch gestresst. In der Liste folgen Kritik an Schule und Lehrern durch Politik und „sogenannte ‚Schulexperten‘“, „Lehrerbashing“ und mangelndes Prestige in der Gesellschaft - sieben von zehn Lehrern fühlen sich dadurch belastet. Dahinter folgen gleichauf „Papierkram“ und „Abwälzung der Erziehungsaufgabe an die Schule“, die zwei Drittel als stressig empfinden.

(S E R V I C E - https://www.ph-noe.ac.at/index.php?id=963&feld=Titel&stichwort=Under +pressure)




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