Letztes Update am Di, 14.05.2019 15:34

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kroatentreffen in Bleiburg: Eine Demonstration am Samstag genehmigt



Bleiburg (APA) - Das umstrittene Gedenktreffen der Kroaten am Loibacher Feld bei Bleiburg am Samstag löst nicht nur heftige Debatten, sondern auch Gegenveranstaltungen aus. Bereits vergangenen Samstag gab es eine Kundgebung der Partisanenverbände gegen das „Ustascha-Treffen“, und auch für den kommenden Samstag sind zwei Veranstaltungen angemeldet. Eine davon ist laut Polizei bereits genehmigt.

Die Demonstration richtet sich wie schon am vergangenen Samstag gegen die Gedenkfeier, sie wird aber direkt in der Stadt Bleiburg durchgeführt. Die Veranstalter rund um Martin Diendorfer von der Gruppierung „Unabhängige Linke“ rechnen mit rund 200 Teilnehmern. Die zweite Demonstration wird vom ehemaligen Grün-Abgeordneten Karl Öllinger organisiert. Dieser will aber dem Vernehmen nach direkt am Loibacher Feld einen Marsch durchführen, also genau dort, wo Tausende Kroaten erwartet werden. Diese Demo wurde bisher nicht genehmigt, sollte Öllinger einer Verlegung nicht zustimmen, bleibt die „Versagung“, wie es offiziell heißt, aufrecht.

Veranstalter des Gedenktreffens ist der Verein „Bleiburger Ehrenzug“, dem das Grundstück gehört, auf dem das Gedenken stattfindet. Offizieller Gegenstand der Feier, an der in den vergangenen Jahren immer wieder auch hochrangige kroatische Politiker teilgenommen hatten, ist die Ermordung Tausender Ustascha-Soldaten nach der Kapitulation der Nationalsozialisten 1945. Rund 40.000 geflüchtete Soldaten, die aufseiten Deutschlands gekämpft hatten, wurden in Bleiburg mit ihren Familienangehörigen von der britischen Besatzungsmacht an die kommunistischen Einheiten Titos ausgeliefert. Tausende verloren in der Folge- etwa auf dem Rückmarsch nach Jugoslawien - gewaltsam ihr Leben.

Die Gedenkfeier gilt seit Jahren als Treffpunkt von kroatischen Ewiggestrigen, die den faschistischen Vasallenstaat Hitler-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg verklären. Im Vorjahr gab es sieben Festnahmen und neun Anzeigen nach dem Verbotsgesetz. Sechs Teilnehmer wurden vor Gericht gestellt, fünf davon verurteilt. Dabei waren im Vorfeld der Feier politische Fahnen und Transparente ebenso untersagt worden wie einschlägige Abzeichen und Uniformen. Heuer gilt außerdem ein Verbot für diverse Ustascha-Symbole, das am 1. März in Kraft getreten ist.




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