Letztes Update am Di, 14.05.2019 16:11

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


oekostrom AG will an die Wiener Börse, Notiz im „direct market plus“



Wien (APA) - Die oekostrom AG ist im Vorjahr gewachsen und will an die Börse gehen. Dem eingeschlagenen Wachstumskurs soll mit einem Listing im neuen Mittelstandssegment der Wiener Börse, dem direct market plus, Rechnung getragen werden, teilte die oekostrom AG am Dienstag mit. In der Hauptversammlung Anfang Juni würden die konkreten nächsten Schritte für ein Börsenlisting eingeleitet.

„Ein ergänzender automatisierter Aktienhandel im neuen KMU Segment der Wiener Börse könnte deutliche Verbesserungen in punkto Transparenz und Handelbarkeit für unsere Aktionäre bringen“, so Finanzvorstand Lukas Stühlinger zur APA. „Wenn unsere Aktionäre bei der Hauptversammlung erwartungsgemäß für ein Listing im neuen KMU Segment der Wiener Börse stimmen, werden wir das Listing entsprechend vorbereiten und dann zum richtigen Zeitpunkt umsetzen. Wahrscheinlich ist, dass wir im Zuge des Börsengangs auch eine Kapitalerhöhung anstreben.“

Bei der Hauptversammlung im Vorjahr hat die Abfrage eines unverbindlichen Meinungsbildes eine positive Stimmung der Eigentümer zu einem Listing gezeigt. Im Zuge des Börsenganges ist nun eine umfassende Satzungsänderung geplant, die unter anderem einen Aktiensplit umfasst. Die für einen Handel im zum Jahresanfang neu geschaffenen KMU-Segment direct market plus vorgesehen Aktien sollen auf Inhaber lauten. Aktionären, die nicht in Inhaberaktien wechseln wollen sollen wie bisher Namensaktien beibehalten können. Es soll aber auch jeder Aktionär seine Namens- in Inhaberaktien umwandeln können.

Die Zahl der Kunden der oekostrom AG stieg im Vorjahr um 11 Prozent auf mehr als 62.000. Der Gewinn der VKI-Energiekostenstop-Aktion Anfang 2019 bringe bringe rund 12.000 weitere Kunden, teilte die oekostrom AG am Dienstag mit. „Unser strategisches Ziel von 75.000 Zählpunkten rückt damit bereits Ende 2019 in greifbare Nähe“, so Vertriebs- und Marketingvorstand Rene Huber.

Der Konzernumsatz sei trotz der anspruchsvollen Marktbedingungen - 2018 war das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, Windaufkommen und Wasserführung der heimischen Flüsse waren unterdurchschnittlich - um 11 Prozent auf 31,5 Mio. Euro gestiegen, teilte die oekostrom AG mit. Der Energieabsatz wuchs auf 307 Gigawattstunden (GWh), nach 280 GWh. Das Konzern-EBIT sank auf 1,1 Mio. Euro (nach 1,3 Mio. Euro). Der Gewinn fiel nach dem Rekordjahr 2017 geringer aus. Das Konzernergebnis ohne Fremdanteile betrug 455.000 Euro, nach 751.000 Euro 2017. Als Dividende werden 2 Euro je Aktie vorgeschlagen, nach 3 Euro/Aktie im Jahr 2017.

Der Wachstumskurs der vergangenen Jahre habe sich auch in der Aktienpreisentwicklung bemerkbar gemacht. Der Durchschnittspreis am oekostrom AG-Handelsplatz sei 2018 mit 112,3 Euro je Aktie rund 13 Prozent über dem Wert des Vorjahres. „Dass wir das Jahr 2018 so gut bewältigen und den Aktienwert wieder deutlich steigern konnten, zeigt einmal mehr, dass wir mittlerweile über die notwendige Widerstandsfähigkeit verfügen, um langfristig im Wettbewerb zu bestehen“, so Stühlinger laut Mitteilung.

Die Stromproduktion stieg von 80,5 auf rund 83 GWh. Die Produktion der Windräder lag im Verhältnis zum langjährigen Mittel rund 11 Prozent unter Plan. Betroffen waren von der geringen Erzeugung vor allem die Anlagen auf der Parndorfer Platte. Der Kraftwerkspark wurde im Vorjahr um zwei Windkraftanlagen in Österreich und Tschechien erweitert. „Derzeit stehen wir in Verhandlungen über den Ausbau unseres deutschen Kraftwerkportfolios um zwei weitere Anlagen. Das strategische Ziel von 100 GWh eigener Produktion bis Ende 2019 ist damit in Reichweite,“ so Stühlinger.




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