Letztes Update am Di, 14.05.2019 16:23

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU-Wahl - Dodik will FPÖ „symbolisch“ unterstützen



Sarajevo (APA) - Milorad Dodik, Vertreter der Serben in der dreiköpfigen Staatsführung von Bosnien-Herzegowina, hat angekündigt, dass seine Partei (SNS) bei der kommenden Europawahl die FPÖ „symbolisch“ unterstützen würde. Wie das Internetportal BalkanInsight berichtete, erklärte Dodik dies nach einem Treffen mit Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) am Montag in Wien.

Bosnien-Herzegowina ist kein EU-Mitglied, weshalb seine Bürger an der Europawahl gar nicht teilnehmen können. Bezüglich der Diskussion um einen NATO-Beitritt des Balkanlandes berichtete der bosnisch-serbische Sender RTRS, Österreich habe „volles Verständnis“ für den Standpunkt der bosnischen Serben, dass Bosnien-Herzegowina militärisch neutral bleiben sollte.

Dies wäre wichtig, um in der Zukunft Konflikte zu vermeiden, wurde Vizekanzler Strache zitiert. Dodik meinte seinerseits, dass es ihm wichtig gewesen sei, zu erläutern, warum Bosnien-Herzegowina militärisch neutral bleiben müsse. „Die Geschichte lehrt uns, dass eine jede Einordnung uns nur Schaden zufügen kann“, so Dodik.

Bosnien war im Dezember 2006 in das NATO-Programm für die Friedenspartnerschaft (PfP), eine erste Vorstufe zur vollen Mitgliedschaft in der Allianz, aufgenommen worden. Dodik hatte damals keine Einwände. Im Dezember 2017 hatte er allerdings angekündigt, dass alle weiteren Verfahren zur Aktivierung des NATO-Aktionsplans für die Mitgliedschaft (MAP) im kleineren Landesteil, der Republika Srpska, eingestellt würden.

Sein Parlament hatte zuvor eine Erklärung zur militärischen Neutralität angenommen. Die zwei anderen bosnischen Staatsvölker - die Bosniaken und die Kroaten - befürworten dagegen einen NATO-Beitritt ihres Landes. Dodik ist als Mitglied der Staatsführung nach Kräften bemüht, den Prozess zu stoppen.

~ WEB http://www.nato.int/ ~ APA411 2019-05-14/16:18




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