Letztes Update am Di, 14.05.2019 22:58

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wegen Überschwemmungen Notstand in bosnischen Städten ausgerufen



Sarajevo (APA/AFP) - Wegen Überschwemmungen infolge heftiger Regenfälle haben mehrere Städte in Bosnien den Notstand ausgerufen und die Evakuierung von vom Hochwasser bedrohten Gebieten angeordnet. Der seit Sonntag andauernde Regen verursachte vor allem im Norden des kleinen Balkanlandes Überschwemmungen.

In den Regionen rund um Prijedor, Banja Luka, Bihac und Doboj traten nach Behördenangaben vom Dienstag Flüsse über die Ufer und überfluteten mehrere hundert Häuser sowie hunderte Hektar landwirtschaftliche Flächen.

Mehrere Straßen in der Region waren wegen Hochwassers oder Erdrutschen unbefahrbar. In der nordbosnischen Region Zepce wurde ein sechsjähriger Bub von einem Hochwasser führenden Bach fortgerissen. Einsatzkräfte suchten nach dem Kind, wie der staatliche Fernsehsender BHRT berichtete.

Der Regierungschef der bosnischen der serbischen Teilrepublik Srpska, Radovan Viskovic, erklärte: „Die Gefahr ist nicht vorüber und ich rufe die Einwohner auf, den Weisungen der Behörden Folge zu leisten, ohne in Panik zu geraten.“ Der Leiter des meteorologischen Instituts der Teilrepublik Srpska, Tomislav Sajic, sagte für Mittwoch weitere Regenfälle vorher, die allerdings nicht mehr so stark wie in den Tagen zuvor seien.

Auch aus dem Nachbarland Kroatien wurde Hochwasser gemeldet. Am schlimmsten sei die Lage in Kostajnica an der Grenze zu Bosnien erklärte Zoran Cavlovic vom Nationalen Zentrum für Hochwasser-Bekämpfung. Die Nachrichtenagentur Hina berichtete, ein Teil der Stadt sei von der Strom- und Trinkwasserversorgung abgeschnitten.

Auch im zentralkroatischen Karlovac wurden dutzende Häuser überschwemmt. Der staatlich kroatische Fernsehsender HRT berichtete, die Feuerwehr habe in derselben Gegend acht Touristen, darunter zwei Kinder, aus einem überschwemmten Campingplatz am Ufer des Flusses Korana gerettet.

Im Mai 2014 waren in Bosnien, Kroatien und Serbien fast zwei Millionen Menschen von Überschwemmungen betroffen gewesen. 77 Menschen starben damals, davon 51 in Serbien.




Kommentieren