Letztes Update am Mi, 15.05.2019 06:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europäischer Gewerkschaftskongress nächste Woche in Wien



Wien (APA) - Der 14. Kongress des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB/ETUC) findet nächste Woche von Dienstag bis Freitag in Wien statt. Mehr als 600 Delegierte, darunter rund 300 Frauen, werden dabei nicht nur eine neue EGB-Spitze wählen, sondern auch ein Grundsatzpapier für „ein neues Europa für Arbeitnehmer“ beschließen. Prominentester internationaler Gast ist EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Neben Juncker werden u.a. auch Wirtschafts-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz und der portugiesische Premierminister Antonio Costa in Wien erwartet. Die österreichische Politik wird nicht nur durch ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian, sondern auch durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen und den Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) vertreten sein.

Katzian plädierte im Vorfeld für eine starke und einige europäische Gewerkschaftsbewegung, weil auch die Konzerne grenzüberschreitend agieren. Gegenüber der APA sagte der ÖGB-Präsident: „Wir kämpfen für ein gutes Leben aller ArbeitnehmerInnen.“ Auf europäischer Ebene bedeute das, gegen Lohndumping, Sozialdumping und Steuerdumping aufzutreten. „Dafür brauchen wir starke Kollektivverträge und grenzüberschreitende Sanktionen gegen Unterentlohnung, eine starke soziale Säule, die über den wirtschaftlichen Grundfreiheiten steht, und einheitliche Mindeststandards bei der Besteuerung von Konzerngewinnen. Wir brauchen nicht weniger EU-Verordnungen, sondern die richtigen“, sagte Katzian, ohne direkt auf die Forderung von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nach Streichung von 1.000 EU-Verordnungen einzugehen.

Die unmittelbar nach dem Kongress beginnenden EU-Wahlen werden ebenso Thema der Tagung sein wie die Migration, die soziale Gerechtigkeit, der Klimawandel oder die Digitalisierung. Beschlossen wird ein Grundsatzprogramm für „ein faireres Europa für die ArbeitnehmerInnen“.

Statt des Belgiers Rudy de Leeuw soll der Franzose Laurent Berger zum neuen Präsidenten des EGB gewählt werden. Für eine zweite Amtszeit als EGB-Generalsekretär wiedergewählt soll der Italiener Luca Visentini werden.




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