Letztes Update am Mi, 15.05.2019 12:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Justiz rollt Fall des Dreifachmords an Kurdinnen in Paris neu auf



Paris (APA/AFP) - Gut sechs Jahre nach dem Mord an drei kurdischen Aktivistinnen in Paris rollt die Justiz den Fall neu auf. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete richterliche Voruntersuchungen ein, wie es am Mittwoch vonseiten der Ermittler hieß. Dabei geht es um eine mögliche Verwicklung des türkischen Geheimdienstes in die Morde.

Die drei Kurdinnen waren am 9. Jänner 2013 in einem Büro im Zentrum von Paris durch Kopfschüsse getötet worden. Unter ihnen war auch Sakine Cansiz, Mitgründerin der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die in der EU und in der Türkei als Terrororganisation gilt.

Die Tat wurde zunächst dem türkischen Staatsbürger Omer Güney zur Last gelegt, der als Ultranationalist galt. Er bestritt die Morde aber und starb 2016 vor seinem Prozess an einem Hirntumor. Die Familien der Toten haben inzwischen neue Dokumente vorgelegt, die die These einer Geheimdienst-Operation stützen sollen.

Der Anwalt einer der Familien begrüßte die Wiederaufnahme der Ermittlungen: Sie bedeute ein mögliches Ende der „Straflosigkeit für politische Morde in Frankreich“, sagte Antoine Comte der Nachrichtenagentur AFP. Der türkische Geheimdienst hat eine Verwicklung in den Fall zurückgewiesen.




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