Letztes Update am Mi, 15.05.2019 13:05

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Polit-Asyl für Frau von Ex-Interpol-Chef - China warnt Frankreich



Peking (APA/AFP) - Im Streit um die Gewährung von politischem Asyl in Frankreich für die Ehefrau des wegen Korruption angeklagten ehemaligen Interpol-Chefs Meng Hongwei hat China die Regierung in Paris gewarnt. Die Gewährung von politischem Asyl für Grace Meng wäre ein „Missbrauch“ des in Frankreich üblichen Verfahrens, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums am Mittwoch.

Grace Mengs Anwalt hatte am Montag mitgeteilt, dass sie und ihre beiden Kinder in Frankreich politisches Asyl erhalten hätten. Der Ministeriumssprecher betonte, die Strafverfolgung gegen Meng Hongwei sei „ein klassischer Kriminalfall“. Es handle sich nicht um eine „sogenannte politische Verfolgung“.

Meng Hongwei war Ende September 2018 während eines Besuchs in China verschwunden. Später teilten die chinesischen Behörden mit, er sei der Korruption beschuldigt worden und von seinem Posten an der Spitze von Interpol zurückgetreten. Die Vorwürfe beziehen sich auf Mengs Position als Leiter der Marinepolizei und als stellvertretender Minister für öffentliche Sicherheit.

Grace Meng, die in Lyon, dem Sitz der internationalen Polizeibehörde (Interpol) im Osten Frankreichs lebt, hatte im Jänner politisches Asyl in Frankreich beantragt. Ihr Gesuch begründete Meng damit, dass sie sich bedroht fühle. Zwei chinesische Geschäftsleute hatten sie demnach aufgesucht und sie aufgefordert, mit ihnen in einem Privatjet nach Tschechien zu fliegen. Als sie dies abgelehnt habe, seien sie zwei Tage später wiedergekommen, um ihr einen Städte-Trip durch Europa vorzuschlagen. Im Februar stellte sie wegen versuchter Entführung Strafanzeige. Sie und ihre Kinder wurden unter Polizeischutz gestellt.

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Die Art und Weise, wie der Interpol-Chef plötzlich ohne vorherige Ankündigung aus dem Verkehr gezogen wurde, hatte internationale Kritik ausgelöst. Neben Meng Hongwei sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Funktionäre ins Visier einerAnti-Korruptionskampagne von Staats- und Parteichef Xi Jinping geraten. Seit dessen Amtsantritt im November 2012 sind Dutzende hochrangige Politiker, Militärs und Manager wegen Korruptionsvorwürfen festgenommen worden.




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