Letztes Update am Mi, 15.05.2019 13:13

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


30 Projekte zur sozialen Wärme für oö. „Festival der Regionen“



Linz/Perg (APA) - Mit einem „Soziale Wärme“-Jodler hat der Innviertler Performer Simon Mayer auf das gleichlautende Motto des „Festivals der Regionen“, dessen Programm am Mittwoch präsentiert wurde, eingestimmt. Der neue künstlerische Leiter, der aus Israel stammende Theatermacher Airan Berg, hat aus 417 Einreichungen 30 Projekte ausgewählt, die vom 28. Juni bis 7. Juli in der Region Perg-Strudengau gezeigt werden.

Berg, der schon 2009 den Schauspielbereich der Kulturhauptstadt Linz09 verantwortete, erklärte, dass er wieder zum Ursprung des biennal stattfindenden Festival zurückgekehrt sei. „Es wird eine gesamte Region bespielt und deren Vielfarbigkeit gezeigt.“ Und dazu gehören auch düstere Farben. In Mauthausen mit dem ehemaligen Konzentrationslager und St. Georgen an der Gusen mit dem Außenlager erwarten den Besucher Projekte, die sich mit diesem dunklen Kapitel der Geschichte der Region auseinandersetzen. So wird die letzte Etappe des Audio-Wegs Gusen im Bereich der ehemaligen KZ-Anlage Bergkristall eröffnet. Und der Drehbuchautor des Films „Mühlviertler Hasenjagd“, Andreas Gruber, führt Wanderungen entlang der Fluchtrouten entkommener Gefangener.

Doch der Blick ist nicht nur zurückgerichtet. Mit sozialer Wärme habe man ein „aktuelles gesellschaftspolitisches Thema“ aufgegriffen, meinte die kaufmännische Leiterin Andrea Hammer. Was passiert, wenn die soziale Wärme verschwindet, wie kann sie erhalten werden - auf diese Antwortsuche begeben sich die Künstler durch den Strudengau. Festivalzentrum bildet Perg. Dort landet das Raumschiff „Galactica“, in dem man sich mit der Zukunft unseres Planeten und der Rettung der Menschheit auseinandersetzt. Mit der „Wärmegreißlerei“ macht sich ein mobiler Kiosk auf den Weg, um die unterschiedlichsten Stimmen zum Festival-Thema einzufangen.

Berg will bei der Ausrichtung seines ersten „Festivals der Regionen“ lokale Geschichten mit globalen Zugängen verbinden. Der Autor Jihad Al-khatib hat ein Monodrama verfasst, in dem er beleuchtet, was es heißt, den Namen Jihad zu tragen. Insgesamt stammen von den 30 Projekten sieben von internationalen Künstlern, fünf von Österreichern, sechs aus Oberösterreich und zwölf von Kulturschaffenden aus der Region. Erstmals wird es von der Europäischen Kommission mitfinanziert. Das „Festival der Regionen“ sei für das Kulturland eine „wichtige Marke“, wies Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) in der Pressekonferenz auf dessen Bedeutung hin.

(S E R V I C E - Auskünfte zum Programm unter www.fdr.at)




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