Letztes Update am Mi, 15.05.2019 15:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tausende Russen demonstrierten gegen Kirchenneubau - Festnahmen



Jekaterinburg (APA/dpa) - Bei Protesten gegen den Bau einer Kirche in der russischen Industriestadt Jekaterinburg hat die Polizei 26 Menschen festgenommen. Mindestens drei Demonstranten seien verletzt worden, bestätigten die Behörden in der Stadt am Ural am Mittwoch der Agentur Tass zufolge. Kremlsprecher Dmitri Peskow kritisierte, Tausende Menschen seien ohne entsprechende Genehmigung auf die Straße gegangen.

„Die Behörden gehen sehr korrekt vor, führen Gespräche mit den Bewohnern und den Bauherrn“, sagte er. „Aber offensichtlich müssen sie das wohl fortsetzen.“ Die Stadtverwaltung will in einem Park im Zentrum die Anfang der 1930er Jahre gesprengte Kirche wiederaufbauen. Bewohner der Millionenmetropole wehren sich jedoch dagegen, weil damit eine der wenigen Grünflächen der Industriestadt verschwinden würde. Die einflussreiche Russisch-Orthodoxe Kirche will den Neubau bis 2023 anlässlich des 300. Gründungsjubiläums der Stadt fertigstellen. Hinter dem Bau stehen einige der reichsten Geschäftsleute Russlands.

Seit Tagen strömen immer wieder Tausende Menschen in den Park und fordern die Kirche auf, einen anderen Ort für den Neubau zu finden. Dabei sei es auch zu gewaltsamen Zusammenstößen von Demonstranten mit Sicherheitsleuten und Gläubigen gekommen, hieß es.

Jekaterinburg ist ein wichtiger Pilgerort in Russland, wo jährlich Tausende Menschen in Prozessionen an die Ermordung der Zarenfamilie 1918 erinnern.




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