Letztes Update am Do, 16.05.2019 04:02

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Von Opposition dominiertes Parlament in Venezuela kann wieder tagen



Caracas/Oslo (APA/AFP/Reuters) - Nach einer eintägigen Blockade ist das von der Opposition dominierte Parlament in Venezuela wieder zu einer Sitzung zusammengekommen. „Wir tagen wieder“, sagte der selbsternannte Übergangspräsident und Parlamentspräsident Juan Guaidó zu Beginn in der Sitzung am Mittwoch. Um aus der Krise herauszukommen, müssten die Menschen in Venezuela „kämpfen und weitermachen“, sagte Guaidó.

„Und hier ist Ihr Parlament, um Sie zu begleiten und Sie aus der dieser Krise herauszuholen“, fügte der Oppositionsführer hinzu. Am Dienstag hatten Sicherheitskräfte das Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Caracas abgeriegelt. Abgeordnete der Opposition wurden nach eigenen Angaben von der Nationalgarde und vom Inlandsgeheimdienstes Sebin am Betreten des Gebäudes gehindert. Guaidó warf der Regierung des umstrittenen Staatschefs Nicolás Maduro vor, die Nationalversammlung „mit Gewalt knebeln“ zu wollen.

Unterdessen reisten Vertreter der Regierung und der Opposition Insidern zufolge nach Norwegen, um dort möglicherweise über das weitere Vorgehen zu beraten. Gespräche hätten bisher noch nicht stattgefunden, sagte ein Oppositionsvertreter. Die Parteien wollten sich jeweils alleine mit norwegischen Diplomaten treffen. Informationsminister Jorge Rodriguez gehöre zu der Delegation. Maduro sagte bei einer im Fernsehen übertragenen Rede, Rodriguez befinde sich für eine wichtige Aufgabe im Ausland. Norwegen hatte sich im März als Mediator angeboten. Eine Stellungnahme war vom norwegischen Außenministerium zunächst nicht zu erhalten.

In Venezuela tobt seit Monaten ein Machtkampf zwischen Maduro und Guaidó. Guaidó wird von mehr als 50 Staaten, darunter auch Österreich, als Übergangspräsident anerkannt. Maduro kann auf die Unterstützung großer Teile der Armee sowie Kubas und Russlands zählen.




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