Letztes Update am Do, 16.05.2019 04:32

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mordanklage gegen zwei Teenager nach Amoklauf an Schule in Colorado



Los Angeles (APA/AFP) - Gut eine Woche nach einem Amoklauf an einer Schule im US-Bundesstaat Colorado hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei Jugendliche erhoben. Ein 18-jähriger Bursch muss sich wegen Mordes und Mordversuchs verantworten, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte. Außerdem soll er seiner 16-jährigen Mitangeklagten eine Schusswaffe besorgt haben.

Das Mädchen soll ebenfalls wegen Mordes vor Gericht gestellt und nicht nach Jugendstrafrecht verurteilt werden, um eine härtere Strafe zu ermöglichen. Die beiden Teenager sollen am Dienstag vergangener Woche in eine Schule in der Stadt Highlands Ranch in der Nähe von Denver eingedrungen sein und an zwei unterschiedlichen Orten das Feuer eröffnet haben. Dabei hatten sie einen 18-Jährigen erschossen und acht Mitschüler verletzt.

Der Schulkomplex STEM, der von rund 1.800 Kindern und Jugendlichen unterschiedlichen Alters besucht wird, ist nur wenige Kilometer von der Columbine High School entfernt, an der zwei Jugendliche am 20. April 1999 zwölf Mitschüler und einen Lehrer erschossen und 24 weitere Menschen verletzt hatten.

Das Massaker von Colombine 1999 war das bis dahin schlimmste Schulmassaker der US-Geschichte und hat sich tief ins kollektive Gedächtnis der USA eingebrannt. Seitdem folgte eine lange Serie von Amokläufen an US-Schulen und Hochschulen, bei denen es teilweise sogar noch mehr Tote gab.

Kritiker machen die nach wie vor laxen Waffengesetze verantwortlich: Nach Berechnungen der „Washington Post“ waren seit Columbine rund 226.000 Kinder in 233 Schulen des Landes Zeugen von Schießereien. Inzwischen kommen 393 Millionen Schusswaffen auf 326 Millionen US-Bürger.




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