Letztes Update am Do, 16.05.2019 12:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Dodik scheint um Verbesserung der Beziehungen zu den USA bemüht



Sarajevo/Banja Luka (APA) - Der für seinen Separatismus bekannte Milorad Dodik, Vertreter der Serben in Bosniens Führung, scheint um die Verbesserung der Beziehungen zu Washington bemüht zu sein. Entsprechende Spekulationen kursieren in Sarajevo, nachdem bekannt wurde, dass die bosnisch-serbische Regierung Ende April einen Vertrag mit der US-Lobbyisten-Firma McGinnis Lochridge aus Texas abgeschlossen hatte.

Demnach sollen die Amerikaner für die Republika Srpska juristische Dienste in den USA leisten. Sie sollen Banja Luka auch bei den Kontakten mit dem Büro des Internationalen Bosnien-Beauftragten (OHR), dem Friedens-Implementierungsrat, einem internationalen Gremium, das in Sarajevo die Umsetzung des Dayton-Abkommens überwacht, sowie dem UNO-Sicherheitsrat und der Europäischen Union „beraten und vertreten“. Entsprechend dem Vertrag sollen die Lobbyisten dafür bis Jahresende 640.000 Dollar (572,297.24 Euro) erhalten.

Unter Hinweis darauf, dass es sich bereits um die dritte US-Firma handelt, welche im Interesse der kleinen bosnischen Entität lobbyieren soll, wird in Medien spekuliert, dass Dodik bemüht sein dürfte, sein Image in den USA zu verbessern.

Die US-amerikanischen Behörden hatten Anfang 2017 Sanktionen gegen den damaligen Präsidenten der Republika Srpska Dodik verhängt. Den Anlass dafür hatten die Feierlichkeiten zum umstrittenen „Nationalfeiertag“ der kleineren Entität geliefert. Dodik habe sich mit dem Feiertag gegen das Dayton-Abkommen gestellt, urteilte das US-Finanzministerium. Der bosnisch-serbische Spitzenpolitiker hatte daraufhin die damalige US-Botschafterin in Bosnien, Maureen Cormack beschuldigt, „ausgesprochen serbenfeindlich“ zu sein.

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