Letztes Update am Do, 16.05.2019 13:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesforste basteln klimawandelbedingt am Wald der Zukunft



Wien (APA) - Die Diversifizierung der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) nimmt nicht zuletzt im Lichte des Klimawandels - dem im Forst mit großen Aufwendungen entgegnet wird - zu. Schon in wenigen Jahren wird das Hauptgeschäftsfeld Forst/Holz weniger als 50 Prozent des Geschäfts des Staatsbetriebes ausmachen, sagten die beiden Vorstände Georg Schöppl und Rudolf Freidhager am Donnerstag in Wien.

Sie präsentierten die Bilanz der ÖBf fürs Vorjahr und stellten die Zukunftsstrategie des Unternehmens vor, die bis 2025 Investitionen von rund 300 Mio. Euro vorsieht. Mehr als 100 Mio. Euro fließen alleine in den Wald. Denn der muss klimabedingt umgebaut werden. Bis 2050 soll er für eine durchschnittliche Erwärmung in Österreich von 2 Grad Celsius fitgemacht werden, erläuterten die Vorstände vor Journalisten.

„Trotz der Marktverwerfungen im Vorjahr, die wir auch für heuer erwarten, und laufender Wetterkapriolen bleiben wir auf Nachhaltigkeitskurs“, sagte Freidhager. „Wir setzen den Waldumbau in Richtung 2050 fort. Unser langfristiges Ziel ist es, Substanz aufzubauen, damit auch die nächsten Generationen einen gesunden, artenreichen und schönen Wald vorfinden, mit dem man auch Geld verdienen kann.“

Was geschieht? Auf Basis eines eben abgeschlossenen Forschungsprojekts in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur wird der Waldbau verändert. „Denn der kann nicht alle paar Jahre umgestellt werden. Es geht um 100 Jahre und mehr, um Vorausplanung also. Wir beginnen, den Wald der Zukunft zu basteln“, erläuterte Freidhager. In den Bundesforsten stehen gut 40 Prozent Fichten. „Beispielsweise im Waldviertel wird sich der Fichtenbestand zumindest halbieren. Die Fichte wird künftig an kühleren, feuchtere Standorten stehen“, erklärte Schöppl. Immer wenn aufgeforstet werde, wird die Baumartenverteilung nach der angenommen Erwärmung von 2 Grad und mehr Trockenheit vorgenommen werden. Fremde Baumsorten, die es bisher in Österreich nicht gibt, seien bei einer Erwärmung in diesem Ausmaß nicht nötig.

Die Studienergebnisse werden nun dem Umweltbundesamt vorgestellt. Danach sollen sie auch privaten Forstbesitzern zur Verfügung gestellt werden.

Im Vorjahr machten die nicht-forstlichen Geschäftsbereiche der Bundesforste noch 42 Prozent aus. 1997 als die Bundesforste zur AG wurden, waren es erst 25 Prozent. Zur langfristigen Sicherung der Ertragskraft werden die Bereiche Immobilien und erneuerbare Energien sukzessive weiter ausgebaut. Kerngeschäft bleibt freilich weiter der Forst. Im Rahmen des Investitionsprogramms der Strategie 2025/50 fließen 60 Mio. Euro in die Liegenschaftsentwicklung und 100 Mio. Euro in die erneuerbare Energie. „Es handelt sich um das größte Investitionsprogramm der Unternehmensgeschichte.“

~ WEB http://www.bundesforste.at ~ APA271 2019-05-16/13:00




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