Letztes Update am Do, 16.05.2019 13:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesforste-Betriebsleistung trotz schwierigen Umfelds gestiegen



Wien/Purkersdorf (APA) - Ergebnismäßig hatten die Bundesforste 2018 mit einem schwierigen Marktumfeld, Witterungsextremen und einem sich stark verändernden Holzmarkt zu tun. Die Betriebsleistung von 238 Mio. Euro (+1 Prozent) entsprach aber dem drittbesten Ergebnis der Unternehmensgeschichte.

Knapp 21 Mio. Euro flossen als Dividende an den Staat. Das waren um fast 26 Prozent weniger als im Jahr 2017. Seit der Unternehmensgründung 1997 zahlten die Bundesforste gut 530 Mio. Euro in den Staatssäckel.

Das Vorsteuerergebnis (EBT) ging deutlich um 11,4 Prozent auf 26,4 Mio. Euro zurück. Das Ergebnis ohne Berücksichtigung von Zinsen, Steuern, Abschreibungen und sonstigen Finanzierungsaufwendungen (EBITDA) sank um 10 Prozent auf 39,7 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote stieg um knapp 5 Prozent auf 54 Prozent.

Die Holzerntemenge stieg um 2,6 Prozent auf 1,52 Millionen Erntefestmeter. 1,5 Millionen Erntefestmeter ernten die Bundesforste immer, denn das ist der nachhaltige Wert - so viel wie nachwächst. Nur bei extremem Schadholzmengen wird der Wert erhöht. Der Holzpreis war 2018 mit 69,8 Euro je Festmeter schon im Keller. Aktuell gibt es gar nur rund 64 Euro für den Festmeter.

Der Schadholzanteil kletterte im Vorjahr auf 66 Prozent (2017: 46 Prozent) oder gut eine Million Erntefestmeter. Der Anteil des Käferholz im Schadholz ist aber auf einen Tiefwert von 27 Prozent (240.000 Erntefestmeter) gesunken. Grund dafür sei, dass die Bundesforste alles dafür täten, befallene Bäume auch aus schwierigstem Gelände so rasch wie möglich aus dem Wald zu holen, sagten Schöppl und Freidhager. Freilich verursache das Kosten, aber das sei es wert. Im Gegensatz zu privaten Forstbesitzern zuletzt rufen sie auch nicht nach dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Wald.

Heuer wird mit noch mehr Schadholz gerechnet, denn schon jetzt sind 850.000 Erntefestmeter angefallen. Da sind bisher weder das heurige Käferholz noch zu erwartende Sturmschäden drin. „Statistisch gesehen werden wir heuer also wohl über eine Million Festmeter Schadholz kommen“, sagte Freidhager.

Die Betriebsleistung aus dem Hauptgeschäftsfeld Frost Holz blieb bei knapp 133 Mio. Euro quasi stabil (+1,5 Prozent). Selbes gilt für den Bereich Jagd/Fischerei mit 22,3 Mio. Euro (+0,5 Prozent). Die Betriebsleistung aus Immobilien stieg um 2,4 Prozent auf 46,4 Mio. Euro, jene der Dienstleistungen um 5,4 Prozent auf 15,7 Mio. Euro. Aus dem Bereich erneuerbare Energien kam nach dem Rekordjahr 2017 im Vorjahr mit 16,5 Mio. Euro um 10,3 Prozent weniger Betriebsleistung. Grund war die Trockenheit, die die Kleinwasserkraftwerke der ÖBf traf. Der Jahresproduktionsmengenplan wurde aber eingehalten, hieß es auf APA-Nachfrage.

Die nicht-forstlichen Bereiche machten damit 42 Prozent oder rund 95 Mio. Euro aus. Der im Anteil sinkende Hauptbereich Forst/Holz machte 58 Prozent oder 133 Mio. Euro der Betriebsleistung aus.

Die Investitionen in die erneuerbaren Energien sehen aktuell eine Erweiterung des steirischen ÖBf-Windparks auf der Pretul um drei bis vier Windräder vor. Zudem sollen zu den bestehenden acht Kleinwasserkraftwerken zwei bis drei dazukommen. Die Energieproduktion aus Wind und Wasser soll sich bis 2025 auf 300 GWh verdoppeln, sagten Schöppl und Freidhager.

Der Ergebnisbeitrag an der Betriebsleistung aus den Immobilien soll bis 2025 auf ein Viertel steigen. Verstärkt sollen kleine Wohnbau-Projekte auf den ÖBf-Flächen forciert werden. Wird ein Försterzentrum neu gebaut, kommen beispielsweise einige Wohnungen dazu. Verkauft wird nicht, sondern langfristig verpachtet.

Für heuer erwarten die Bundesforste ein weiterhin volatiles Marktumfeld und einen hohen Preisdruck beim Holz. Der Fokus werde neben dem Waldumbau auf die Schadholzaufarbeitung und die Waldpflege gelegt. Ansonsten geht es um den Ausbau der weiteren Geschäftsfelder.

~ WEB http://www.bundesforste.at ~ APA273 2019-05-16/13:00




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