Letztes Update am Do, 16.05.2019 13:22

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nach Stadt-RH-Kritik an EDV-Projekt am AKH: Wurde neu ausgeschrieben



Wien (APA) - Der Wiener Stadtrechnungshof hat vergangene Woche Kritik an der fehlgeschlagenen Implementierung einer EDV-Applikation am AKH geäußert. Demnach kostete das gescheiterte Projekt das AKH 772.000 Euro. Nun hat sich das Spital zu Wort gemeldet. In einer Aussendung am Donnerstag wurden die tatsächlichen externen Aufwendungen mit rund 300.000 Euro beziffert. Das Projekt wurde 2018 neu ausgeschrieben.

Außerdem habe der Spitalsträger Krankenanstaltenverbund (KAV) dafür die Rechte an erarbeiteten Projektergebnissen übernommen. Laut der Aussendung war die damalige geplante Gesamtprojektdauer mit rund 36 Monaten vorgegeben. Der Projektplan sah nach 20 Monaten die Etablierung der neuen Software für das Blutdepot, die Produktion und die notwendigen Laboratorien inkl. Auswertungsmöglichkeiten und Statistiken vor. Die genehmigten externen Projektausgaben waren mit 3,7 Mio. Euro veranschlagt. Diese Vorgaben konnte der Anbieter nicht erfüllen, schrieb das AKH.

Um ein „langwieriges und teures zivilrechtliches Verfahren zu vermeiden“, wurde eine einvernehmliche Beendigung des Vertragsverhältnisses ausverhandelt. Zu diesem Zeitpunkt fielen „ausgabewirksame externe Kosten in der Höhe von 516.000 Euro an“ sowie „interne Kosten in der Höhe von 255.000“, erläuterte AKH-Direktor Herwig Wetzlinger. Von den externen Kosten seien wiederum knapp 200.000 Euro für die Ausschreibung aufgewendet worden, da bei EU-weiten Ausschreibungen auch sehr hohe Dokumentationskosten anfallen, meinte das AKH. „Daher belaufen sich die tatsächlichen Kosten für das Projekt auf etwas mehr als 300.000 Euro“, informierte das Krankenhaus.

Die Realisierung des EDV-Systems wurde 2018 neuerlich ausgeschrieben. Das Vergabeverfahren ist derzeit noch nicht abgeschlossen, sagte der AKH-Direktor. Er wies darauf hin, dass es für die komplexen Spezialanwendungen nur einen sehr kleinen Markt gebe, die Zahl der Anbieter daher auch sehr überschaubar sei. Die Aufgaben in den Bereichen Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin werden weiterhin durch ein erhöhtes Personalaufkommen in bester Qualität erfüllt, versicherte Wetzlinger.




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