Letztes Update am Do, 16.05.2019 13:28

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Libysche Marine protestiert wegen Migrantenrettung durch Sea-Watch



Rom (APA) - Die libysche Marine beschuldigt die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch, 65 Migranten von einem Schlauchboot vor der Küste Libyens gerettet zu haben, ohne Libyens Behörden informiert zu haben. „Jetzt ist Sea-Watch allein für das Schicksal der Migranten zuständig“, kommentierte der Sprecher der libyschen Marine, Ayob Amr Ghasem, nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

Die NGO sei nicht zur Rettung von Migranten berechtigt, ohne die libysche Marine zu informieren, von der die Küstenwache abhängt. „Wären wir informiert gewesen, hätten wir die Migranten gerettet. Wir sind erst benachrichtigt worden, nachdem Sea-Watch die Migranten bereits gerettet hatte“, so der Sprecher.

An Bord der Sea-Watch befinden sich unter anderem elf Frauen, ein Behinderter, zwei Babys, fünf Kinder und acht unbegleitete Jugendliche. „Wir sind im Stich gelassen worden“, klagte die Organisation.

„Unsere Häfen bleiben geschlossen“, kommentierte der italienische Innenminister Matteo Salvini. Er droht privaten Rettern immer wieder mit Ermittlungen, sollten sie unerlaubt Geflüchtete nach Italien bringen.




Kommentieren