Letztes Update am Do, 16.05.2019 18:02

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Prozess um Monte Paschi: Haftstrafen für Ex-Manager gefordert



Siena (APA) - Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat für den Ex-Präsidenten der italienischen Bank Monte Paschi di Siena (MPS), Giuseppe Mussari, eine achtjährige Haftstrafe, sowie die Zahlung einer Geldstrafe von vier Mio. Euro gefordert. Insgesamt wurden Haftstrafen für elf Ex-Manager von MPS, Deutscher Bank und dem japanischen Geldhaus Nomura beantragt.

Den Angeklagten wird Marktmanipulation und Bilanzfälschung vorgeworfen. Sie sollen hinzu die Arbeit der Banken-Aufsichtsbehörden erschwert haben, berichteten italienische Medien.

Die Mailänder Staatsanwälte forderten vor Gericht, dass der Deutschen Bank 440,9 Mio. Euro in Zusammenhang mit einem Derivatenskandal rund um MPS beschlagnahmt werden. Hinzu wurde die Konfiszierung von 444,8 Mio. Euro bei der japanischen Bank Nomura gefordert. Die Staatsanwaltschaft beantragte außerdem eine Geldstrafe von 1,8 Mio. Euro für jeweils die beiden Banken.

Der Prozess kreist um eine Reihe von Derivat- und anderen Handelsgeschäften, die nach Angaben von Monte Paschi zu Verlusten von 730 Mio. Euro führten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass diese Deals dazu dienten, die Bilanzen zu schönen und die Verluste der Bank zu verbergen. Im Prozess geht es vor allem um die Transaktion „Alexandria“, die von Juli bis Oktober 2009 gemeinsam mit der japanischen Bank Nomura abgewickelt wurde und die Transaktion „Santorini“, an der im Dezember 2008 die Deutsche Bank beteiligt war. Monte Paschi - die älteste Bank der Welt - konnte im Juli 2017 nur durch Staatshilfen in Milliardenhöhe gerettet werden.

~ ISIN DE0005140008 WEB https://www.mps.it/Pagine/index.aspx

https://www.deutsche-bank.de/index.htm ~ APA481 2019-05-16/17:59




Kommentieren