Letztes Update am Fr, 17.05.2019 09:32

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Salvini droht „Sea-Watch 3“ mit Konfiszierung



Rom (APA) - Das Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ der deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch, das am Mittwoch 65 Migranten von einem Schlauchboot vor der Küste Libyens gerettet hat, sucht weiterhin nach einem Hafen. Das Schiff sei unweit italienischer Hoheitsgewässer unterwegs, berichteten italienische Medien. Innenminister Matteo Salvini drohte mit der Konfiszierung des Schiffes, sollte es nach Italien gelangen.

An Bord befänden sich elf Frauen, ein Behinderter, zwei Babys, fünf Kinder und acht unbegleitete Jugendliche, teilte die Organisation per Twitter mit. Das in Seenot geratene Boot sei zuvor rund 30 Seemeilen vor der libyschen Küste von einem zivilen Aufklärungsflugzeug entdeckt worden.

Salvini bezeichnete die Crew als „Komplizen der Schlepper“. „Unsere Häfen sind und bleiben geschlossen“, bekräftige er. Der italienische Innenminister und Chef der rechten Lega verbietet seit seinem Amtsantritt vor einem Jahr privaten Hilfsorganisationen, mit ihren Schiffen in Italien anzulegen.

Viele der geretteten Menschen litten unter Erschöpfung, Dehydrierung und Seekrankheit, erklärte Sea-Watch. Im Jänner musste die „Sea-Watch 3“ zwölf Tage mit 47 Flüchtlingen an Bord auf dem Mittelmeer bleiben, weil Salvini ihnen die Anlandung verweigerte. Erst nachdem sich andere europäische Länder zur Aufnahme der Flüchtlinge bereit erklärt hatten, durften sie in Sizilien an Land gehen.




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