Letztes Update am Fr, 17.05.2019 11:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Asfinag setzte erstmals Drohne bei Tunnelübung ein



Deutschfeistritz (APA) - Bei einer Tunnelübung vergangene Woche in der Steiermark hat die Asfinag erstmals eine Drohne eingesetzt. Dadurch soll ein besseres Lagebild ermöglicht werden, außerdem soll das Fluggerät bei der Suche nach vermissten Personen helfen. Der erste Test brachte viele gute Ergebnisse, bis zu einem standardisierten Einsatz sei es aber noch ein weiter Weg, hieß es in einer Aussendung am Freitag.

Die Übung fand am 7. Mai im Schartnerkogeltunnel auf der Phyrnautobahn (A9) statt. 130 Einsatzkräfte probten den Ernstfall, einen Unfall und beginnenden Brand im Tunnel. Im Rahmen eines Forschungsprojektes wurde die Drohne von einem Spezialunternehmen eingesetzt, ausgestattet mit zwei Kameras. „Als erstes wollten wir testen, in wie weit uns die Bilder der Drohne aus einer Höhe von 100 Metern helfen, die Verkehrslage besser beurteilen zu können“, sagte Christoph Wrusz vom Asfinag-Verkehrsmanagement.

Anschließend kam die Drohne im Tunnel selbst zum Einsatz, um Bilder von der inszenierten Unfallstelle zu liefern. „Und zusätzlich hatten wir eine Wärmebildkamera montiert, mit der wir im Tunnel eine vermisste Person finden sowie den mit der Flüssigkeit kontaminierten Bereich erkennen konnten.“ Im Ernstfall können diese Informationen Leben retten.

Das Forschungsprojekt läuft bis Jahresende. Die Datenanalyse soll bis dahin klare Erkenntnisse liefern, um Drohnen sinnvoll als Ergänzung zu den Videokameras und den Sensoren der Asfinag einsetzen zu können. Ziel wäre es, bei Unfällen standardisiert Drohnen zu verwenden und die Bilder direkt in die jeweils zuständige Verkehrsmanagementzentrale zu übermitteln. Einsatzkräfte könnten so schneller und genauer genau über die Lage an Ort und Stelle informiert werden, betonte die Asfinag.

Auch auf Freilandstrecken könnten Drohnen zum Einsatz kommen. „Wenn autonomes Fliegen rechtlich möglich ist, wäre es zum Beispiel denkbar, Drohnen neben der Strecke zu stationieren und auf zentralen Befehl aus der Verkehrsmanagementzentrale zu starten, damit diese die Strecke abfliegen und Informationen über Verkehrslage oder auch über Unfälle liefern“, sagte Wrusz. Bereits jetzt setzt die Asfinag Drohnen ein. Vor allem bei Brückenkontrollen werden die - von Piloten gesteuerten - Fluggeräte dort verwendet, wo Menschen nur schwer oder gar nicht hinkommen können.

Drohnen werden in Österreich immer öfter auch von Einsatzkräften verwendet. So hat die Wiener Polizei etwa bei einem Zugsunfall Anfang April in der Donaustadt eine Drohne erstmals im Echtbetrieb eingesetzt. Am 4. April wurden beim Zusammenstoß des Zugs mit einem Lkw auf einem unbeschrankten Bahnübergang 16 Personen zum Teil schwer verletzt, der vordere Zugteil war entgleist. Mit der Drohne erstellten die Beamten 3D-Aufnahmen aus der Luft und vermaßen die Unfallstelle.




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