Letztes Update am Fr, 17.05.2019 11:51

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


US-Waffen zur Modernisierung der ungarischen Armee



Budapest (APA) - Ungarn will zur Modernisierung seiner Armee neue Waffen in den USA kaufen, kündigte der rechtsnationale Premier Viktor Orban am Freitag an. Orban hatte diesen Montag US-Präsident Donald Trump in Washington besucht. In einem Interview mit dem staatlichen Rundfunksender Kossuth Radio erklärte Orban laut Ungarischer Nachrichtenagentur (MTI), es soll sich um ein neues Raketenabwehrsystem handeln.

Dieses System sei erforderlich, weil die Fähigkeiten zur Verteidigung des Landes gegenwärtig „nicht vollkommen“ seien. Der Beschaffungsprozess verlaufe in einem guten Tempo. Orban betonte weiters das Einvernehmen zwischen Ungarn und den USA in der Migrationspolitik und lobte den Grenzzaun im Süden Ungarns, der so „erfolgreich“ sei, dass „er selbst aus Washington zu sehen ist“.

Laut Orban agiert in Europa eine gut betuchte „liberale Mafia“, die der Welt glauben machen wolle, dass man gegen die Migration nichts unternehmen könne. Wenn sich Politiker wie Orban, Trump oder Italiens Innenminister Matteo Salvini dagegenstellten, „beginnen sie (d. h. die „liberale Mafia“, Anm.), diese Leute zu hassen“. Orban forderte daher, dass bei den bevorstehenden EU-Wahlen in Brüssel Persönlichkeiten an die Spitze gewählt werden sollten, die die Migration „nicht organisieren, sondern aufhalten“.

Orbans Regierungspartei Fidesz gehört der Europäischen Volkspartei (EVP) an, die Mitgliedschaft war allerdings im März u.a. wegen EU-feindlicher Kampagnen suspendiert worden. Da Orban Manfred Weber als EVP-Spitzenkandidaten für die EU-Wahl und Anwärter auf den Posten des EU-Kommissionspräsidenten mittlerweile nicht mehr unterstützt, sagte er auf die Frage nach seinem neuen Kandidaten: „Diesen wird es nach der Wahl geben.“ Jüngst hatte es in ungarischen Medien Spekulationen gegeben, Orban könnte erneut - wie schon vor fünf Jahren - Brexit-Chefverhandler Michel Barnier favorisieren.

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Im Zusammenhang mit Energiefragen betonte der Premier, Ungarn sei daran interessiert, dass ein US-Unternehmen in Rumänien so früh wie möglich aus dem Schwarzen Meer Erdgas fördere. Denn diese sei „die einzige alternative Quelle“ zum russischen Erdgas, betonte Orban.




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