Letztes Update am Fr, 17.05.2019 12:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zypern lehnte Auslieferung von israelischem Bürger an Montenegro ab



Podgorica (APA) - Zypern hat es abgelehnt, einen von der montenegrinischen Justiz gesuchten israelischen Staatsbürger an Podgorica auszuliefern. Wie die Tageszeitung „Vijesti“ am Freitag berichtete, sei der 53-jährige Mann am 20. April in Nikosia auf Basis eines von den montenegrinischen Behörden ausgestellten Haftbefehls festgenommen worden.

Podgorica wirft dem Mann Beihilfe zum Terrorismus beim Putschversuch vom Oktober 2016 vor. Laut der montenegrinischen Tageszeitung hätten die zypriotischen Behörden nach der Festnahme des Mannes Podgorica um zusätzliche Informationen gebeten und daraufhin beschlossen, dass es keine Gründe für seine Auslieferung an Montenegro gebe.

Der montenegrinische Sonderstaatsanwalt Milivoje Katnic hatte vor einiger Zeit die Ermittlungen zum Putschversuch auf acht Personen, alles Ausländer, ausgeweitet, nachdem zuvor in Podgorica 14 Personen angeklagt worden waren.

Laut „Vijesti“ hatten vor Zypern auch die Vereinigten Arabischen Emirate die Auslieferung eines von Podgorica gesuchten Mannes abgelehnt.

Nach einem Marathonprozess waren am 9. Mai die in Podgorica Angeklagten, darunter zwei Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes, zu Haftstrafen verurteilt worden. Die Anklage warf den Putschisten, darunter neun Serben, vor, eine Besetzung des Parlaments nach den Wahlen vom 16. Oktober 2016 geplant zu haben. Laut dem Urteil, das nicht rechtskräftig ist, hatten die Verurteilten zur Aufgabe gehabt, den Wahlsieg der oppositionellen prorussischen Demokratischen Front zu verkünden, um den NATO-Beitritt Montenegros zu verhindern. Die Wahlen hatte damals die Demokratische Partei der Sozialisten (DPS) von Präsident Milo Djukanovic klar gewonnen.




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