Letztes Update am Fr, 17.05.2019 12:39

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Künftig nur mehr Bio-Mastbetriebe im Burgenland - LK übt Kritik



Eisenstadt (APA) - Die Landwirtschaftskammer Burgenland hat am Freitag Teile des Zwölf-Punkte-Programms für eine Bio-Wende kritisiert. Künftig nur mehr Stallungen mit Bio-Widmung zuzulassen, sei „eine Ungleichbehandlung der Bauern“, so Landwirtschaftskammerpräsident Nikolaus Berlakovich. Auch zusätzliche gesetzliche Bewirtschaftungsregeln oder Anbauverbote im Bereich des Bodenschutzgesetzes würden abgelehnt.

Einige der kürzlich vorgestellten Punkte seien im gemeinsamen Bio-Programm der Landwirtschaftskammer und der Landesregierung enthalten. Als Beispiele nannte Berlakovich etwa die Bio-Modellgemeinden sowie eine Informationsoffensive für Konsumenten, Gastronomie und Handel. Die beabsichtigten Änderungen des Raumplanungs- sowie des Bodenschutzgesetzes kämen hingegen nicht vor.

„Müssen alle Stallungen einer Bio-Widmung unterliegen, ist eine Versorgung mit regionalen heimischen Produkten nicht gesichert“, argumentierte Berlakovich. Schon jetzt ist der Selbstversorgungsgrad „nicht sehr hoch“ und liege etwa bei Schweinefleisch bei 48 Prozent, bei Masthühnern hingegen nur mehr bei sieben Prozent. „Jeder Landwirt muss für sich selbst entscheiden können, welche Wirtschaftsweise er für seinen Betrieb wählt“, betonte der Landwirtschaftskammerpräsident.

„Wenn nur mehr Bio-Ställe genehmigt werden sollten, werden automatisch konventionelle Landwirte ausgeschlossen. Das bedeutet, dass immer weniger Bauern Nutztiere halten werden. Folglich geht auch Wertschöpfung aus der heimischen Landwirtschaft verloren“, stellte Johann Weber, Vorsitzender des Tierzuchtausschusses, fest.

Was das Bodenschutzgesetz betreffe, gebe es Eigeninitiativen aus der Bauernschaft, die sich für die Bodenfruchtbarkeit und den Erosionsschutz einsetzten. „Unsere Bauern als Sündenböcke für Abschwemmungen hinzustellen, ist unfair. Das Problem von Überschwemmungen gehört gesamthaft betrachtet. Land, Gemeinden und Bauern müssen gemeinsam gezielte Maßnahmen setzen, um das Problem zu beheben“, forderte Berlakovich.

Die Betroffenheit unter den Bauern sei groß. „Stallgenehmigungen und Anbauverbote verunsichern die Bauern, hinsichtlich langfristiger Planung und Betriebsübernahme“, so Berlakovich: „Wir sind an einer fachlichen Lösung interessiert, die allen Beteiligten nützt. Daher hoffen und erwarten wir diesbezügliche Gespräche mit der Landesregierung.“




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