Letztes Update am Fr, 17.05.2019 15:31

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Wir bitten zu Tisch“: Toni Mörwald kochte für die Wiener „Gruft“



Wien (APA) - „Wir bitten zu Tisch“: Gemeinsam mit dem Spitzenkoch Toni Mörwald und Dompfarrer Toni Faber hat der Verein „Grünes Kreuz für Jagd und Natur“ am Freitag ein Wildgericht für Obdachlose in der Wiener „Gruft“ zubereitet. Mit der medienwirksamen Aktion soll aufgezeigt werden, dass auch nach Ende des Winters weiterhin Hilfe benötigt wird. Bis zu 250 Mahlzeiten werden täglich in der „Gruft“ ausgeteilt.

„Wir brauchen das ganze Jahr lang Unterstützung, denn auch die Bedürftigkeit besteht über das ganze Jahr“, unterstrich Judith Hartweger, die Leiterin der „Gruft“. Um auch in der nun eher spendenarmen Zeit daran zu erinnern, stellten sich Dompfarrer Toni Faber und Vorstandsmitglieder des Grünen Kreuzes, ausgestattet mit Schürze und Schöpfer, hinter die Essensausgabe. Aus 54 Kilo Wild kreierte Mörwald ein g‘schmackiges Gericht aus Maibock mit Wurzelgemüse und Muskatnockerl.

Das Interesse war rege, schon nach kurz Zeit waren alle Tische besetzt, einige Besucher aßen ihre Mahlzeit sogar im Stehen. Auch die 46-jährige Violeta und ihr Lebensgefährte, die fast täglich zum Essen in die Gruft kommen, ließen sich die Mörwald‘sche Kreation schmecken. Sie freute sich über die Aktion, denn: „Wild ist teuer und selbst können wir uns so etwas nicht leisten.“ Hier bekomme sie oft die einzig warme Mahlzeit am Tag, erzählte sie.

Faber mahnte unterdessen, die Armen nicht zu vergessen: „Wir haben eine Verantwortung gegenüber der Schöpfung. Wild ist mit das Beste davon und das bekommen heute die Armen.“ Für Unternehmen die sich einen Tag lang sozial engagieren möchten, bietet die Caritas „Social Team Days“, bei denen in verschiedenen Einrichtungen mitgekocht, Essen ausgegeben oder mitangepackt werden kann. Über seine Mithilfe sagte Mörwald: „Hier mitzuarbeiten erdet und zeigt einem wieder die wirklichen wichtigen Themen im Leben auf.“

Caritas-Generalsekretär Kaus Schwertner hofft auf weitere Kochgruppen, die beim Speisen zubereiten helfen, und auf Spenden. Im Jahr 2018 wurden in der „Gruft“, die sich unter der Mariahilferkirche befindet, mehr als 110.000 warme Mahlzeiten ausgegeben. Und auch in den zuletzt ungewöhnlich kalten Tagen, habe man einen großen Andrang bewältigen müssen.




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