Letztes Update am Fr, 17.05.2019 19:11

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Historisches Museum in Berlin gibt Namibia die Kreuzkapsäule zurück



Berlin/Windhuk (APA/AFP) - Mehr als 120 Jahre nach ihrer Verbringung nach Deutschland hat das Deutsche Historische Museum (DHM) in Berlin die Rückgabe der sogenannten Wappensäule vom Cape Cross an Namibia beschlossen. Das teilte die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), am Freitag mit.

Die namibische Regierung hatte 2017 offiziell die Rückgabe der Säule gefordert, die seit 2006 in der Dauerausstellung des DHM gezeigt wird. Grütters wird nun im Spätsommer gemeinsam mit dem DHM-Direktor Raphael Gross nach Namibia reisen, um die Säule vom Cape Cross persönlich zu übergeben. Dies sei „ein deutliches Signal, dass wir uns zur Aufarbeitung unserer kolonialen Vergangenheit bekennen und gemeinsam mit den Herkunftsstaaten konstruktive Wege für ein respektvolles Miteinander suchen und finden“, erklärte Grütters.

Bei der Kreuzkapsäule handelt es sich um ein ehemaliges portugiesisches Hoheitszeichen, das von Portugal um 1486 an der heutigen namibischen Küste aufgestellt und 1893 aus dem damaligen deutschen „Südwestafrika“ nach Deutschland verbracht wurde. Eine 1895 von Deutschland aufgestellte Kopie der Säule wurde 1968 von Namibia zum Nationaldenkmal erklärt.

Die namibische Kulturministerin Katrina Hanse-Himarwa sagte namibischen Medien, es gebe Verhandlungen über die Rückgabe weiterer Artefakte. Das Steinkreuz sei nur „einer von vielen, die bald zurückgegeben würden“. „Was das wie und wann betrifft werden wir abwarten müssen“, sagte Hanse Himarwa.

Hanse-Himarwas Amtsvorgänger Kazenambo Kazenambo begrüßte die Rückgabe der Säule, kritisierte aber generell die deutsche Rückgabepolitik. Er sei „unglücklich“, dass die kolonialen Raubgüter „eins nach dem anderen“ zurückgegeben würden, sagte Kazenambo. Die „stückweisen Verkündungen“ seien „ermüdend“. Seit fünf Jahren werde über den Völkermord an den Herero und Nama diskutiert. Deutschland solle endlich klar Stellung beim Thema Reparationen beziehen.




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