Letztes Update am Fr, 17.05.2019 19:41

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Verdeckte Parteispenden: Videoaufnahmen 3 - Hoffnung auf „Krone“



Wien (APA) - Laut den Medienberichten soll die vermeintliche Oligarchennichte den FPÖ-Spitzenpolitikern erzählt haben, rund eine Viertelmilliarde Euro in Österreich investieren zu wollen. Sie deutete mehrmals an, dass es sich um Schwarzgeld handeln könnte. Trotzdem blieben Parteichef Heinz-Christian Strache und Klubchef Johann Gudenus gut sechs Stunden bei dem Treffen sitzen und diskutierten über Anlagemöglichkeiten in Österreich.

Das Treffen sei offensichtlich als Falle für die FPÖ-Politiker organisiert worden, hieß es in „SZ“ (http://go.apa.at/kfvR2Sf9) und „Spiegel“ (http://go.apa.at/O6KTmgsb). Ein Szenario, das die Runde auslotete, war die damals vermeintlich angedachte Übernahme der „Kronen Zeitung“ durch die Frau. „Wenn sie die Kronen Zeitung übernimmt drei Wochen vor der Wahl und uns zum Platz eins bringt, dann können wir über alles reden“, sagte Strache der Frau laut den Videoaufnahmen.

Würde die „Krone“ nach einem Einstieg die FPÖ dann zwei, drei Wochen vor der Wahl pushen, „dann machen wir nicht 27, dann machen wir 34“ Prozent, sagt Strache in den veröffentlichten Videoausschnitten. Bei der Zeitung gebe es „drei, vier Leute, die müssen gepusht werden, drei vier Leute, die müssen abserviert werden“, und dann hole man „gleich fünf neue rein, die wir aufbauen“.

Der Frau stellt Strache laut den Medienberichten im Video öffentliche Aufträge im Straßenbau in Aussicht, wenn sie der FPÖ zum Erfolg verhelfe: „Dann soll sie eine Firma wie die Strabag gründen. Alle staatlichen Aufträge, die jetzt die Strabag kriegt, kriegt sie dann.“ Weiter sagte er: „Das Erste in einer Regierungsbeteiligung, was ich heute zusagen kann: Der Haselsteiner kriegt keine Aufträge mehr!“ Gemeint ist Hans Peter Haselsteiner, der langjährige Vorstandsvorsitzende und Miteigentümer des Baukonzerns Strabag.

Auch um Agitation gegen andere Parteien soll es in dem mehr als sechsstündigen Gespräch gegangen sein. Wenn man kompromittierendes Material aus dem Privatleben seiner politischen Rivalen beschaffen könnte und im Ausland lancieren würde, dann würde niemand wissen, dass die FPÖ dahinter steckt. Stattdessen, so Straches Hoffnung, würde als Rache von Sozialdemokraten und Konservativen nur weiteres Material über den jeweils anderen ans Licht gebracht werden.

Wörtlich sagt Strache: „Würde es uns gelingen, von einer Seite Fotos zu organisieren, die wir übers Ausland spielen, würde die andere Seite glauben, die andere war‘s und der atomare Krieg geht los. Es muss uns das Kunststück gelingen, eine Seite sichtbar zu machen, damit die andere losschlägt.“

Auch Lob und Tadel verteilt Strache. „Journalisten sind sowieso die größten Huren auf dem Planeten“, wird er von den beiden Medien zitiert. Nur einen nimmt er aus: Richard Schmitt, Chefredakteur der Online-Ausgabe der Kronen-Zeitung, ist für Strache einer „der besten Leute, die es gibt“. Den Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz nennt der FPÖ-Chef zwar „lieb“. Allerdings hält Strache wenig von dessen Medienunternehmungen, der Milliardär „versteht das Geschäft nicht“.

~ WEB http://www.fpoe.at ~ APA545 2019-05-17/19:37




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