Letztes Update am Fr, 17.05.2019 21:15

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Früherer ETA-Chef Ternera in französischer U-Haft



Paris/Madrid (APA/dpa/AFP) - Die französische Justiz hat den früheren politischen Chef der aufgelösten baskischen Untergrundorganisation ETA, Josu Ternera, in Untersuchungshaft genommen. Das bestätigten Justizkreise am Freitagabend in Paris.

Ermittler hatten Ternera am Donnerstag in der französischen Alpengemeinde Sallanches nahe den Grenzen zu der Schweiz und Italien festgenommen. Ternera, der mit bürgerlichem Namen José Antonio Urrutikoetxea Bengoetxea heißt, war der meistgesuchte unter den Dutzenden noch flüchtigen „Etarras“.

In Frankreich gab es einen Haftbefehl eines Pariser Strafgerichts gegen den Gesuchten. Er war 2017 wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu einer Gefängnisstrafe von acht Jahren verurteilt worden. Ternera hatte laut französischer Nachrichtenagentur die Möglichkeit, einen neuen Prozess zu beantragen, da er vor zwei Jahren in Abwesenheit verurteilt wurde. Falls er den Antrag nicht stelle, müsse er die Strafe verbüßen.

Nach Angaben der spanischen Zeitung „El Pais“ lebte Ternera seit sechs Monaten in einem Versteck in den Bergen und gab sich als venezolanischer Schriftsteller Bruno Martí aus. Bei seiner Festnahme verfügte er über 4000 Euro und war unbewaffnet.

Vor gut einem Jahr hatte die ETA ihre Selbstauflösung bekanntgegeben. Bei ETA-Anschlägen wurden insgesamt mehr als 800 Menschen getötet. Die Organisation wurde als Widerstandsbewegung gegen die Diktatur von Francisco Franco gegründet. Aber auch nach der Rückkehr Spaniens zur Demokratie im Jahr 1975 kämpfte sie mit dem Ziel eines unabhängigen Baskenlandes im Norden Spaniens und im Südwesten Frankreichs weiter. Nach der Verkündung der Einstellung des bewaffneten Kampfes im Jahr 2011 verübte ETA keine Anschläge mehr.




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