Letztes Update am Fr, 17.05.2019 22:15

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Estland: Staatspräsidentin kritisiert EKRE für Le Pen-Besuch



Tallinn (APA/dpa) - In Estland hat Staatspräsidentin Kersti Kaljulaid die mitregierende Estnische Konservative Volkspartei (EKRE) scharf für ein Treffen mit Frankreichs Rechtspolitikerin Marine Le Pen kritisiert.

„Marine Le Pen in Estland zu haben, zeigt, dass diese Partei eindeutig nicht unser gemeinsames Verständnis teilt, wonach Russland eine Bedrohung darstellt“, sagte die Staatschefin des EU- und Nato-Landes am Freitag auf einer Konferenz in Tallinn.

EKRE will nach den Europawahlen mit anderen Rechtspopulisten ein Bündnis im Europaparlament schmieden. Dazu hatte sich die EU- und zuwanderungskritische Protestpartei am Dienstag mit Le Pen und Vertretern anderer europäischer Partnerparteien in Tallinn getroffen.

Le Pens Besuch hatte in Estland für großes Aufsehen gesorgt - nicht zuletzt weil ihre enge Verbindungen nach Moskau nachgesagt werden. Die Französin hatte sich mehrmals positiv über die Politik von Kremlchef Wladimir Putin geäußert hat. In Tallinn wies sie dies als Unterstellungen zurück.

Für Wirbel sorgten zudem ein Bild in sozialen Netzwerken, auf dem Le Pen und ein EKRE-Abgeordneten mit einer kontroversen Geste posieren, die auch der neonazistischen „White Power“-Bewegung zugeordnet wird. Le Pen distanzierte sich Medienberichten zufolge später davon und ließ das Bild entfernen. Dieselbe Handgeste hatten zuvor auch zwei EKRE-Minister - Innenminister Mart Helme und dessen Sohn Martin Helme als Finanzminister - bei ihrer Amtseinführung im Parlament gezeigt.




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